Reiseberatung: Besuch zu Hause in Afrika

Afrikanische HIV-Patienten, die nach langer Zeit ihre Heimat besuchen, sind sich oft der gesundheitlichen Risiken nicht bewusst. Die reisemedizinische Beratung ist daher wichtig – und oft nicht einfach. hat zu einem solch schwierigen Fall HIV-Experten um ihre persönliche Meinung gebeten.

Bilden Sie sich Ihre Meinung und lesen Sie auf dieser Seite, wie sich Ihre Kollegen entschieden haben.

Der 38-jährige Afrikaner will nach sieben Jahren wieder einmal in seine Heimat Ghana reisen, um Familie und Freunde zu besuchen. Er ist seit 2008 in Deutschland und hat Bleiberecht. Seit fünf Jahren arbeitet er Vollzeit als Putzmann und Tellerwäscher. Er ist single und wohnt mit einem Landsmann in einer Wohngemeinschaft.

2008 kam der Patient nach Deutschland. 2010 wurde eine offene Lungentuberkulose, eine HIV-Infektion und eine chronische Hepatitis B diagnostiziert. Er wog 53 kg bei einer Größe von 1,78 cm. Bei der Diagnose lag die HI-Viruslast bei rund 700.000 Kopien/ml, die CD4-Zahl bei 25/µl und 4%. Die HBV-DNA betrug 3.400 IU/ml, HBeAg war negativ, Hbe-AK positiv und HDV-AK waren nicht nachweisbar. Die Transaminasen waren 3x ULN erhöht.

Die antituberkulöse Therapie erfolgte standardmäßig mit der klassischen 4er Kombination (INH, Rifampicin, PZA, EMB) und gefolgt von einer 2er Kombination (INH und Rifampicin). Die ART wurde mit Efavirenz und Tenofovir/Emtricitabin plus Cotrim eingeleitet.

africa, cribe
©fotolia, city of africa, cribe

Die Kommunikation war schwierig, der Patient sprach nur schlecht deutsch. Dennoch wurden die Medikamente 2010-2012 konsequent eingenommen. Die Kontrollen erfolgten regelmäßig. Die Viruslast war nach einem Jahr unter die Nachweisgrenze gesunken, die CD4-Zahl auf 170/µl gestiegen und die Tuberkulose ausgeheilt. Auch die HBV-DNA war auf 40 IU/ml gesunken, die Transminasen normal. 2013 war der Patient nicht mehr in der Praxis erschienen, sondern erst 2014. Er habe kein Geld für die Medikamente gehabt und eine Pause gebraucht. Jetzt habe er eine Anstellung als Tellerwäscher und wieder Geld.

Bei der Wiedervorstellung 2014 lag die HI-Viruslast bei 98.000 Kopien/ml und die CD4-Zahl war auf 110/µl gefallen. Die Therapie wurde mit Efavirenz/Tenofovir/Emtricitabin wieder aufgenommen. Nach einem initialen Abfall der Viruslast stieg diese wieder an und es wurde eine K103N nachgewiesen. Intensive Gespräche förderten eine mangelnde Compliance aufgrund der Sichtarbeit des Patienten zutage und der Patient wurde auf Prezista 800/r plus Tenofovir/Emtricitabin umgestellt. Die Laborkontrollen waren unregelmäßig, die Viruslast lag jedoch jeweils unter der Nachweisgrenze. Die CD4-Zahl der letzten drei Kontrollen lag bei 190/µl, 180/µl und 210/µl bei 15%-19%. Nun möchte der Patient acht Wochen nach Ghana reisen. Er möchte die ART pausieren, da zu Hause niemand von seiner Erkrankung weiß. In Ghana besucht er neben der Hauptstadt auch Verwandte in ländlichen Gelbfieber-Endemiegebieten. Er hat wenig Geld und möchte nur die notwendigste Prophylaxe.

Was raten Sie dem Patienten? Welche Maßnahmen empfehlen Sie? Was hat Priorität? Wie sind die Erfolgschancen bei Impfungen?

lesen Sie auf dieser Seite wie sich Ihre Kollegen entschieden haben.

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Blutstrominfektion

    21. Juni 2026: Ergebnisse von SNAP publiziert weiter

  • Chikungunya

    21. Juni 2026: Ixchiq® nur noch für Personen mit hohem Infektionsrisiko weiter

  • Invasive Mykose

    21. Juni 2026: Olorofim gleichauf mit Ampho B weiter

  • Influenza

    16. Juni 2026: Neuer mRNA-Impfstoff hat breiteres Wirkspektrum weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • HIV-Therapie

    16. Juni 2026: Neuer INSTI mit verbessertem Resistenzprofil weiter

  • Mikrobiologie

    16. Juni 2026: Wie gefährlich sind alte Mikroben aus dem Permafrost? weiter

  • Ebola

    15. Juni 2026: Gilead Sciences spendet Remdesivir weiter

  • West-Nil-Fieber

    15. Juni 2026: West-Nil-Virus bei Berliner Stechmücken weiter

  • Tauben-Paramyxovirus

    15. Juni 2026: Autochthone Infektion mit Todesfolge in Frankreich weiter

  • Islatravir/Lenacapavir

    15. Juni 2026: ISLEND-1/2: Primärer Endpunkt erreicht weiter

  • HIV-Infektion

    15. Juni 2026: Nachweis von defekten Viren bei niedriger Virämie weiter

  • Lassa/Tollwut

    15. Juni 2026: Kombi-Impfstoff erfolgreich in Phase 1 weiter

  • Hantavirus

    15. Juni 2026: Neue Methode zur Sequenzierung weiter

  • Mikrobiom

    03. Juni 2026: Özi`s 5.300 Jahre alte Darmflora weiter

  • Epidemiologie

    02. Juni 2026: Aktueller Ausbruch-Bericht weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.