Expertenrat

Frage: Welche Bedeutung hat eine Bence-Jones-Proteinurie/monoklonale Gammopathie bei HIV?

Antwort: Dr. Ramona Pauli, München: Bence-Jones-Proteine sind biochemisch Immunglobulin-Kappa- oder Lambdaleichtketten-Proteine, die frei (also nicht gebunden in intakten Immunglobulinen) vorliegen. Da diese Proteine ein relativ kleines Molekulargewicht haben, können sie den glomerulären Filter der Niere passieren und werden anschließend von den Zellen des proximalen Tubulus reabsorbiert und abgebaut. Bei einer ausreichend hohen Konzentration oder einer Störung der Reabsorption im proximalen Tubulus können sie daher im Urin auftauchen und nachgewiesen werden.

Mögliche Ursachen:

  • Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS/monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz)
  • Multiples Myelom
  • Morbus Waldenström
  • Lymphome
  • Amyloidose
  • vorübergehende monoklonale Gammopathie bei Infektionen

Bei HIV-Infektion können solche Leichtketten-Proteine im Urin sowohl im Rahmen der akuten Infektion als auch später im weiteren Verlauf der Behandlung auftreten. Die Häufigkeit der monoklonalen Gammopathie wird in der Literatur mit 3-5% angegeben. Als Ursache vermutet man – sofern eine andere Ursache (siehe oben) ausgeschlossen ist – HIV-assoziierte Veränderungen der Funktion der B-Lymphozyten ohne Krankheitswert. Eine andere mögliche Ursache bei Patienten unter ART  ist eine Schädigung der proximalen Tubuli der Niere im Sinne eines Fanconi-Syndroms durch Tenofovir.


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