DUET: Etravirin in der Salvage

Etravirin ist ein neuer NNRTI, der auch bei NNRTI-Mutationen wirksam ist. In den DUET-Studien zeigte die neue Substanz bei Salvage-Patienten einen günstigen Effekt, insbesondere wenn weniger als drei NNRTI-Mutationen vorlagen.

In den Studien DUET 1 und 2 wurden 1203 stark vorbehandelte Patienten (VL 4,8 log, CD4-Zahl 100 µl) mit Etravirin (TMC 125) vs. Placebo plus optimiertes Regime behandelt. Zwei Drittel der Patienten hatten 10-15 Medikamente eingenommen, 66% hatten >2 NNRTI-Mutationen und 60% >4 PI-Mutationen. 25% waren Enfuvirtid-naiv, 95% waren Darunavir-naiv.

Ansprechen nach 24 Wochen

Nach 24 Wochen hatten) 51/54% vs. 74/75% (DUET 1/2) der Patienten eine Viruslast <400 Kopien und 39/44% vs. 56/62% <50 Kopien erreicht. Die CD4-Zahl war zwischen 64 und 89/µl gestiegen. Die Verträglichkeit von Etravirin war gut. Die häufigste relevante Nebenwirkung waren Hautausschläge (20/14% vs. 10/9%).

Darunavir im optimierten Regime

Wie in anderen Studien zuvor, war das Ansprechen auch in DUET stark von der Zahl der aktiven Substanzen abhängig. Bereits ab zwei aktiven Substanzen war der Unterschied zwischen Placebo und Etravirin nicht mehr relevant. Auch der erstmalige Einsatz von Enfuvirtid hatte nicht den bekannten Effekt einer deutlichen Verbesserung der Ansprechrate. "Dies ist darauf zurückzuführen, dass 95% der Patienten Darunavir-naiv waren und Darunavir im optimierten Regime zur Verfügung stand", meinte Christine Katlama, Paris, die die Studie präsentierte.

Kein Effekt bei mehr als drei NNRTI-RAMs

13 NNRTI-Mutationen waren mit einem schlechteren Ansprechen auf Etravirin assoziiert, wobei erst wenn mehr als 3 davon vorlagen, die Wirksamkeit auf Placebo-Niveau zurückging. "Klinisch wichtig ist hier", so Katlama, "dass nur wenige Patienten so viele Mutationen gleichzeitig haben". In DUET 1 und 2 lagen lediglich bei 14% der Studienteilnehmer drei und mehr NNRTI-RAMs vor.


WESS204:1 Mills A et al, 4th IAS Conference 2007, Sydney 22.-25. Juli 2007
WESS204:2 Katlama C et al, 4th IAS Conference 2007, Sydney 22.-25. Juli 2007



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