TITAN: Darunavir besser als Lopinavir

In der TITAN-Studie wurden die geboosterten Proteasehemmer Darunavir und Lopinavir bei vorbehandelten Patienten mit Therapieversagen direkt miteinander verglichen. Unter Darunavir/r hatten nach 48 Wochen 11% mehr Patienten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze von 50 Kopien/ml erreicht. Dieser Unterschied war signifikant.

Die Patienten in der TITAN Studie waren nicht so stark vorbehandelt wie in den POWER-Studien. Ein Drittel der 595 Teilnehmer der Phase-III-Studie hatten noch nie einen Proteasehemmer eingenommen. Rund 40% waren mit einem Proteasehemmer vorbehandelt, ein weiteres Drittel mit zwei und mehr und drei Viertel der Patienten waren NNRTI-erfahren. Bei rund 60% der Patienten standen zu Beginn der Studie mindestens zwei aktive Substanzen zur Verfügung. Die Viruslast bei Therapiebeginn lag bei 4,3 log, die CD4-Zahl bei 230/µl.

Virologisch überlegen

Die Patienten erhielten Darunavir/r oder Lopinavir/r plus ein optimiertes Regime. Nach 48 Wochen hatten im Darunavir-Arm 71% der Patienten eine Viruslast <50 Kopien/ml und im Lopinavir-Arm 60%. Damit war geboostertes Darunavir Lopinavir/r nicht nur nicht unterlegen (p<0,0001), sondern auch statistisch signifikant überlegen (p<0,005). Dieser Unterschied blieb selbst bei Patienten mit einer LPV FC<40 unverändert. Lediglich bei LPV <10 war die Überlegenheit nicht mehr gegeben (p=0,068). Die CD4-Zahl unter Darunavir/r bzw. Lopinavir/r war um 88 bzw. 81 Zellen/µl gestiegen (p=0,33). Resistenzmutationen wurden unter Darunavir/r seltener beobachtet (primäre PI-Mutationen 21% vs. 36%, NRTI-Mutationen 14% vs. 27%).

Häufigste Nebenwirkung: Diarrhoe

Gastrointestinale Probleme waren unter beiden Proteasehemmern die häufigsten Nebenwirkungen. Diarrhoen waren im Lopinavir-Arm allerdings häufiger (42% vs. 32%, Grad 2-4 15% vs. 8%). Zum Therapieabbruch führten die Durchfälle allerdings nur bei 1,7% vs. 0,7% der Patienten. Übelkeit war mit 19% bzw. 21% die zweithäufigste Nebenwirkung.

# TUAB101 Valdez-Madruga J et al, 4th IAS 22-25.7. 2007, Sydney, Australien

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