HIV
22. April 2026
Seit Einführung der ART mehr STI bei MSM
Die
ART rettet Leben, doch seit ihrer Einführung in den 90er Jahren werden
STI insbesondere bei MSM immer häufiger. Statistische Analysen von
Informationen der amerikanischen CDC (Centers for Disease Control) sowie
die Verkaufsdaten der Pharmaindustrie zeigen, dass US-Bundesstaaten mit
höherer AIDS-Prävalenz nach der breiten Verfügbarkeit der hochaktiven
antiretroviralen Therapie (HAART) einen deutlich stärkeren Anstieg der
Syphilis-Fälle verzeichneten – wobei dieser Anstieg sich vor allem bei
Männern zeigte, während die Fallzahlen bei Frauen weiterhin
zurückgingen. Dies deutet darauf hin, dass Veränderungen im
Sexualverhalten infolge des verringerten wahrgenommenen HIV-Risikos
weitreichende Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hatten. Ohne
HAART hätte es zwischen 1996 und 2008 81% weniger Syphilis-Fälle
gegeben.
Kommentar Dr. Ramona Pauli, Frankfurt:
Niemand will den Nutzen der ART in Abrede stellen, Nachteile wie mehr STI bei MSM muss man in Kauf nehmen.
Beheshti,
David, ScottCunningham, and NirEilam. 2026.
“Unintended Consequences of
Life-Saving Pharmaceutical Innovations: How HAART Led to the Resurgence
of Syphilis,”
Health Economics: 1–13. https://doi.org/10.1002/hec.70100.
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