HTLV-1/HIV

02. Juli 2026

Transmissionsrisiko von HTLV-1 beim Stillen erhöht

Das Humane T-Zell-Leukämie-Virus 1 (HTLV-1) ist ein vernachlässigtes Retrovirus, das weltweit 5–10 Millionen Menschen betrifft. Die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch, doch HTLV-1 kann beim Menschen eine adulte T-Zell-Leukämie oder ein Lymphom sowie eine HTLV-1-assoziierte Myelopathie verursachen.

Die Transmission erfolgt überwiegend sexuell oder vertikal durch Stillen. Etwa 20% der Kinder von HTLV-1-positiven Mütter infizieren sich über die Muttermilch.

Prävention durch Screening und das Vermeiden des Stillens sind die wichtigsten Maßnahmen zur Kontrolle von HTLV-1. HIV-Leitlinien unterstützen auch in einkommensstarken Ländern zunehmend das Stillen unter kontrollierten Bedingungen, was das Risiko einer unbemerkten HTLV-1-Übertragung erhöht. Die WHO empfiehlt, HTLV-1 in Strategien zur Bekämpfung von HIV und sexuell übertragbaren Infektionen zu integrieren. Bislang gibt es jedoch uneinheitliche Empfehlungen, was zu widersprüchlichen Beratungen werdender Mütter führt.



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