Neu durchstarten

braucht viel Mut – vor allem wenn sich das ganze Leben ändern soll. Mut hat Thomas Schmidt* (53 Jahre) und bereits seit Anfang der 1980er Jahre HIV-positiv. Er ist einer von über 2.000 Menschen, denen die Deutsche AIDS-Stiftung jährlich durch die finanzielle Unterstützung im Einzelfall hilft.

Thomas Schmidt bei seiner Arbeit im Seniorenheim
Thomas Schmidt bei seiner Arbeit im Seniorenheim
© Fotos: Dr. Volker Mertens

Als Thomas Schmidt sich mit HIV infiziert hat, gab es noch keine Therapie gegen das Virus. Die ab 1996 verfügbare Kombinationstherapie erhielt Thomas Schmidt seit 2005. Die erste Medikamentenkombination griff seine Nieren stark an. Er hatte abgehende Nierensteine und monatelang Rückenschmerzen, die von den Nieren ausstrahlten. Nach einer Therapieumstellung verbesserte sich sein Zustand stark. Seitdem hat er keine Nebenwirkungen der Therapie mehr. Durch Drogenkonsum infizierte er sich ebenfalls mit Hepatitis C. Als er 2012 eine Haftstrafe antrat, beschloss er, sein Leben komplett zu ändern. Er begann mit einem Drogenentzug und ließ seine Hepatitis C behandeln. Die Hepatitis C ist inzwischen ausgeheilt. 2015 ist Thomas Schmidt aus der Haft in eine Therapieeinrichtung entlassen worden. Damals verließ er seine Geburtsstadt, um ein neues Leben zu beginnen.

Wenn Thomas heute auf sein bisheriges Leben zurückschaut sagt er: „Die Sachen, die länger dauern, haben auch länger Bestand“. Er hat Jahre gebraucht, um seinem Leben eine gute Wendung zu geben. Thomas will sein Leben in Zukunft aktiv gestalten. „Ich habe gerne Kontakt zu anderen Menschen“, sagt Thomas. Daher fragte er seine Sachbearbeiterin im Sozialamt nach einem Praktikum, das ihn mittelfristig wieder in Arbeit bringen sollte. Das Sozialamt vermittelte ihn als Praktikanten in ein Seniorenheim mit 24 Plätzen. Dort fühlt Thomas Schmidt sich sehr wohl. Der enge Kontakt zu den Menschen und die Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner tun ihm gut. „Ich habe viele Jahre nur immer etwas genommen. Es macht mich glücklich, jetzt etwas zurückgeben zu können“, ist Thomas Lebensmotto. Er hilft den
Seniorinnen und Senioren aus dem Bett und begleitet sie durch den Tag.

Thomas SchmidtBei der Deutschen AIDS-Stiftung hat Thomas Schmidt zu Beginn seines Praktikums 2016 einen Zuschuss von 200 € für seine Arbeitskleidung erhalten. Jeder Mitarbeiter benötigt vier weiße Kittel, Hemden und Hosen zum Wechseln. Im Jahr 2017 bat er die AIDS-Stiftung um Unterstützung für eine Führerscheinprüfung. „Im Seniorenheim haben sie mir gesagt, dass sie mich leichter weiterbeschäftigen können, wenn ich die Menschen auch zum Einkaufen oder zum Arzt fahren kann“, berichtet er. Die Stiftung half Thomas Schmidt mit einem Zuschuss von 1.200 €. Vor kurzem hat er die Führerscheinprüfung bestanden.

Interessieren Sie sich für die Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung, dann empfehlen wir Ihnen die Lektüre des Jahresberichts 2017. Dieser steht zum Download bereit unter:http://aids.st/jb

Bitte unterstützen Sie uns, damit wir auch in Zukunft bedürftigen Menschen mit HIV und AIDS helfen können:

Sparkasse KölnBonn · BIC: COLSDE33

IBAN: DE85 3705 0198 0008 0040 04

In Thomas Privatleben hat sich auch einiges geändert. Seit wenigen Monaten hat er wieder eine feste Partnerin. „Meine Beziehung hat mich weiter stabilisiert“, ist sich Thomas Schmidt sicher. Außerdem ist Thomas ein Hundenarr. Er hat bereits zwei Hunde gehabt. Im Internet stieß er auf einen Verein, der herrenlose Hunde aus Portugal vermittelt. Bei einem der gezeigten Welpen wusste er sofort, dass er helfen musste. Seine Freundin hat ihn spontan dabei unterstützt. Inzwischen lebt die Hündin Bonnie bei ihm. Auch im Seniorenheim ist Bonnie ein gern gesehener Gast. Während Thomas die Betten macht, holt sich Bonnie die Streicheleinheiten der Bewohner ab.

Thomas führt heute ein Leben mit wenig Geld, ist aber gesundheitlich stabil und glücklich mit seiner Partnerin, seinem Hund und seiner Arbeit. Einen Wunsch hat er noch für die Zukunft: „Ich möchte mich gerne noch selbständig machen, mein eigener Herr sein. Aber das schaffe ich auch noch“. Wir wünschen Thomas, dass auch dieser Wunsch in Erfüllung geht!

* Name zum Schutz der Person geändert


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