SPRINT-2: Verkürzte Therapiedauer mit Boceprevir bei therapienaiven HCV-Patienten mit Genotyp 1 möglich

Die Triple-Therapie mit dem Proteasehemmer Boceprevir (BOC) plus Peginterferon alfa-2b/Ribavirin (pegIFN/RBV) erhöht bei  therapienaiven HCV-Patienten mit Genotyp 1 die anhaltende Virussuppression (sustained virological response; SVR) signifikant im Vergleich zur Standardtherapie pegIFN/RBV. Dabei ist eine verkürzte Response-gesteuerte Therapie (response guided therapy; RGT), in der die Boceprevir-Therapie auf  24 Wochen begrenzt ist,  genauso wirksam wie die Triple-Therapie über 44 Wochen (jeweils plus 4 Wochen Einleitungsphase mit pegIFN/RBV).

Da schwarze HCV-Patienten mit Genotyp 1 schlechter auf pegIFN/RBV ansprechen, wurde die Studienpopulation in zwei Kohorten unterteilt und ausgewertet: Kohorte 1 umfasst 938 (86%) nicht schwarze Patienten  und Kohorte 2 umfasst 159 (14%) schwarze Patienten. Insgesamt 40% der nicht schwarzen Patienten erreichten nach der Standardtherapie eine SVR,  67% nach der RGT  und 68% nach der  48-Wochen-Therapie (jeweils p<0,0001 versus Kontrolle); die dementsprechenden SVR-Raten der schwarzen Patienten  waren 23%, 42% (p=0,044 versus Kontrolle) und 53% (p=0,004 versus Kontrolle). Im RGT-Arm sprachen 44% (162/368)  der Patienten früh auf die Triple-Therapie an und konnten deshalb  die Therapie bereits nach 28 Wochen beenden. Die SVR-Rate betrug in dieser Gruppe bei den nicht schwarzen Patienten 97% (143/147) und bei den schwarzen Patienten 87% (13/15). Insgesamt 22% der Patienten aus der RGT-Gruppe hatten  eine nachweisbare Viruslast zwischen Woche 8 und 24 und von ihnen erreichten mit der Verlängerung der Therapie mit  pegIFN/RBV 74% (nicht schwarze Patienten) bzw. 58% (schwarze Patienten) der Patienten eine SVR. In der Gruppe mit der 48 wöchigenTriple-Therapie betrug die SVR-Rate bei den nicht schwarzen Patienten mit frühem Ansprechen 96% (137/142) und bei den schwarzen Patienten 95% (18/19). 

Anämie (29, 49, 49%) und Geschmacksstörung (18, 37, 43%) traten  unter Boceprevir häufiger auf.  Jeweils 43% der Patienten aus den Boceprevir-Armen und 24% aus dem Kontrollarm wurden wegen einer Anämie mit Erythropoietin behandelt. Jeweils 2% der Patienten aus den Boceprevir-Armen und  1% aus dem Kontrollarm brachen wegen einer Anämie die Studie vorzeitig ab.

Das Fazit der Autoren: Eine Reponse-gesteuerte Therapie ist vergleichbar wirksam wie eine auf 48-wöchige Triple-Therapie. Woche 8 der Therapie (nach 4 Wochen pegIFN/RBV gefolgt von 4 Wochen BOC plus pegIFN/RBV)  ist ein guter Zeitpunkt, um zu entscheiden, ob die Patienten 28 oder 48 Wochen Triple-Therapie benötigen. Schätzungsweise 60 % der therapienaiven HCV-Patienten kommen für die verkürzte Therapiedauer in Frage. Ob auch bei schwarzen Patienten eine verkürzte RGT in Frage kommt, konnte wegen der geringeren Patientenzahl nicht geklärt werden.




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