Boceprevir bei HIV/HCV-Koinfektion

Barcelona, 21.04. 2012

Unter einer Tripletherapie mit Boceprevir erreichen doppelt so viele HIV/HCV-Koinfizierte eine SVR wie unter Tripletherapie.

In der Boceprevir-Studie hatten alle therapienaiven HIV/HCV-Koinfizierten eine ART mit einem geboosterten Proteasehemmer plus NRTI-Backbone. Bei Studienstart waren die Interaktionen mit geboosterten Proteasehemmern nicht bekannt, vielmehr deuteten kleine Interaktionsstudien mit Ritonavir auf ein geringes Interaktionspotential. Die Patienten erhielten entweder die HCV-Standardtherapie, d.h. 48 Wochen pegyliertes Interferon (pegIFN) plus gewichtsadaptiertes Ribavirin (RBV) oder eine Tripletherapie mit Boceprevir (4 Wochen Lead in, 44 Wochen pegIFN/RBV/BOC).

12 Wochen nach Therapieende (SVR12) war HCV bei 61% der Patienten unter Boceprevir nicht nachweisbar im Vergleich zu nur 27% nach Standardbehandlung. Unterschiede zwischen den einzelnen ART-Regimen wurden nicht beobachtet. Das Nebenwirkungsprofil von Boceprevir stellte sich wie erwartet dar.

Boceprevir-Interaktionen

Die HIV-Viruslast während der Hepatitistherapie stieg bei drei Patienten unter Boceprevir und bei vier Patienten in der Kontroll-Gruppe an. Offenbar waren in dieser Studie die Wechselwirkungen zwischen Boceprevir und geboosterten Proteasehemmern klinisch nicht relevant.

Dennoch wird allgemein empfohlen, Boceprevir nicht zusammen mit geboosterten Proteasehemmern einzusetzen.

 


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