HIV-Infektion
28. Juni 2026
Für das Jahr 2025 wurden dem RKI bis zum 1.4.2026 insgesamt 3.152 gesicherte HIV-Neudiagnosen gemeldet. Dies stellt keine wesentliche Änderung zum Vorjahr dar, in dem 3.280 gesicherte HIV-Neudiagnosen gemeldet wurden. Für 2025 ist zu berücksichtigen, dass auch in diesem Meldejahr noch in erheblichem Umfang HIV-Meldungen von aus der Ukraine nach Deutschland geflüchteten Personen erfolgten und anzunehmen ist, dass bei den meisten dieser Fälle die HIV-Diagnose und der Behandlungsbeginn bereits in der Ukraine erfolgten. Folglich handelt es sich hier meistens nicht um tatsächliche Neudiagnosen, sondern um den erstmaligen Nachweis der HIV-Infektion in Deutschland.
Transmission
Die Neudiagnosen bei MSM sind im Vergleich zum Vorjahr um 66 (−6 %) Fälle gesunken. Von den 1.080 MSM mit HIV-Neudiagnose im Jahr 2025 kamen 506 (47 %) aus Deutschland, 517 (48 %) aus dem Ausland und zu 57 (5 %) wurden zur Herkunft keine Angaben gemacht.
Von den 950 Menschen mit HIV-Neudiagnose mit HET (heterosexuell) waren 132 (14 %) mit Herkunft aus Deutschland, 796 (84 %) aus dem Ausland und 22 (2 %) ohne Herkunftsangabe. Von den HIV-Neudiagnosen bei Menschen mit HET entfielen 642 (68 %) auf Frauen und 308 (32 %) auf Männer. Im Vergleich um Vorjahr sank die Anzahl der HIV-Neudiagnosen bei HET um 16 (−2 %).
Bei den Übertragungen im Rahmen von PWID ging die absolute Anzahl der HIV -Neudiagnosen von 251 im Jahr 2024 zurück auf 188 (−25 %) im Jahr 2025.
Land der Infektion
Die Anzahl der Menschen mit HIV-Neudiagnose mit ausreichenden Angaben zum Infektionsland/-region verteilte sich 2025 wie folgt: 49 % auf in Deutschland erworbene Neudiagnosen, 20 % in Osteuropa/Zentralasien, 11 % in Subsahara-Afrika, 8 % in West- und Zentraleuropa, 5 % in der Karibik/Lateinamerika, 5 % in Asien/Ozeanien, 2 % in Nordafrika und dem Nahen Osten und 0,2 % in Nordamerika. Die Zahl der in Deutschland erworbenen Infektionen sank im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr 2024 um 119 von 1.228 auf 1.109 (−10 %). Die Zahl der im Ausland erworbenen Infektionen stieg um 7 von 1.160 auf 1.167 (+1 %) und blieb somit auf vergleichbarem Niveau. Die Zahl der Neudiagnosen ohne Angaben von Infektionsland/-region sank um 16 von 892 auf 876 (−2 %).
Fazit
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei MSM in Deutschland ist seit dem Jahr 2014 mit einem Höchstwert von damals knapp 2.000 HIV-Neudiagnosen auf 1.080 Neudiagnosen 2025 abgefallen. Ein Zusammenhang mit der Nutzung einer HIV-PrEP ist wahrscheinlich, lässt sich aber angesichts weiterer Einflussfaktoren nicht anhand dieser Daten allein quantifizieren.
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Menschen mit HET und deutscher Herkunft scheint sich in den letzten Jahren bis auf den Rückgang während der COVID-19-Pandemie nicht wesentlich verändert zu haben. Aufgrund des hohen Anteils der HET-Fälle nicht-deutscher Herkunft gilt für HIV-Neuinfektionen bei Menschen mit HET noch stärker als für MSM, dass ein Rückgang der Neuinfektionen nur dann erreicht werden kann, wenn HIV-Test- und Präventionsangebote auch und vor allem Menschen mit nicht-deutscher Herkunft besser erreichen.









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