5. Deutsch-Österreichischer AIDS-Kongress, 15-18. Juni 2011 in Hannover

 --

Dieses Mal mit viel aktiver Community

Unter dem Motto „WISSENschafft Dir Perspektiven“ trafen sich zum DÖAK mehr als 1.000 Teilnehmer im Kongresszentrum Hannover. Dieses Mal klappte die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Community.

Wissenschaftliche Schwerpunkte (Track C: Virologie/Immunologie) auf dem DÖAK waren Immunaktivierung, Resistenzen, vor allem bei Low-level Virämie, sowie adaptive und innate Immunologie. Spannend waren aber vor allem Track A (Gesellschaftliche Aspekte von HIV und AIDS: Epidemiologie Prävention und Teststrategien) sowie Track B (Klinik der HIV-Infektion, Koinfektionen und Komorbidität, Therapie der HIV-Infektion). Die beiden Tracks bestätigten, dass bei der HIV-Infektion mittlerweile nicht mehr das Überleben, sondern die Lebensqualität im Vordergrund steht. Und zur guten Stimmung auf dem Kongress trug bestimmt bei, dass auf dem diesjährigen DÖAK anders als beim Deutsch-Österreichischen-Schweizer Aids-Kongress (SÖDAK) 2009 in Sankt Gallen/Schweiz wieder ein Community Board mitarbeitete. Der Track A wurde dem Kongresspräsidenten Prof. Reinhold Schmidt zufolge fast komplett von den Patientenvertretern gestaltet.

HIV im Erwerbsleben

 --
© Annette Haberl, Frankfurt

 --
© Ramona Pauli, München

Im Workshop „HIV und Erwerbsleben“ stellten Prof. Matthias Stoll, Hannover, und Dr. Jens Jarke, Hamburg, klar, dass grundsätzlich keine Infektionsgefahr von Menschen mit HIV im beruflichen Alltag  ausgeht. Das gelte auch für HIV-Infizierte mit übertragungsträchtigen Tätigkeiten, wenn die Virusmenge unter 50 HIV-RNA-Kopien/ml liegt. Beide forderten eine Stellungnahme für HIV-Infizierte im Gesundheitswesen, die anders als für Hepatitis B und C für HIV bisher nicht existiert. Prof. Georg Behrens, Hannover, frisch gewählter Präsident der Deutschen Aidsgesellschaft (DAIG), räumte ein, dass dieses Thema bisher vernachlässigt wurde, aber bereits eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der virologischen Fachgesellschaften daran arbeite.

Altern mit HIV 

HIV und Alter war auch auf dem DÖAK ein wichtiges Thema. Neben den medizinischen Herausforderungen beim Älterwerden mit HIV wurden im Workshop „Alterung“ Vorsorgeformen für ältere Menschen mit HIV diskutiert. Ein wichtiger Aspekt ist hier die Versorgung von HIV-infizierten Menschen im Pflegeheim. Bisher sind diese Einrichtungen darauf nicht vorbereitet.

PrEP

Mehrere Veranstaltungen beschäftigten sich mit dem Thema Prävention: ob Therapie Prävention ist und ob eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) wirkt. Im Symposium „Vorbeugen! Aber wie...?“ beurteilte Dr. Stefan Reuter, Düsseldorf, die bis dahin existierenden Daten zur PrEP (Caprisa 004, iPrex) und stellte die PrEP als eine Methode dar, die einen Schutzeffekt zeigt und sinnvollerweise auch weiterentwickelt werden sollte. Für Armin Schafberger von der Deutschen Aids-Hilfe in Berlin waren die Daten eher enttäuschend, auch wenn das Prinzip bestätigt wurde. Er betrachtet die „Daueranwendung“ einer Tablette als PrEP für unrealistisch und hält es für fraglich, ob sie auf Dauer unbedenklich ist. Die nach dem DÖAK auf dem IAS 2011 in Rom vorgestellten Studiendaten zur PrEP bestätigen die Rolle der Therapie als präventive Maßnahme (siehe Kongressbericht IAS 2011). Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Berlin, sieht jedoch auch eine Gefahr, wenn die Behandlung mit Prävention gleichgesetzt wird, weil bewährte Aufklärungsstrategien damit in den Hintergrund treten könnten.       awa


Der 6. Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress wird unter der Kongressleitung von Prof. Dr. Heribert Stoiber vom 12. bis 15. Juni 2013 in Innsbruck stattfinden.



Ausgabe 3 - 2011Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Nahrungsergänzungsmittel und mehr:

    30. Juni 2026: Die Relevanz von Interaktionen mit der antiretroviralen Therapie weiter

  • Sexuell übertragbare Infektion

    07. Juli 2026: Faziale Klebisellen-Folliculitis durch ano-oralen Kontakt weiter

  • Marburg-Virus

    07. Juli 2026: Erstmals sexuelle Transmission beschrieben weiter

  • Reisemedizin

    06. Juli 2026: Aktualisierung der Reiseimpfempfehlungen 2026 weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Robotik

    06. Juli 2026: Taucheranzug für Kakerlaken weiter

  • Hannibal

    06. Juli 2026: Wahrscheinlichster Weg des Alpenübergangs weiter

  • Immunschwäche

    02. Juli 2026: ZNS-Lymphome weiter

  • HTLV-1/HIV

    02. Juli 2026: Transmissionsrisiko von HTLV-1 beim Stillen erhöht weiter

  • Phagentherapie

    28. Juni 2026: 15 Millionen Förderung für klinisches Projekt REPhRAME weiter

  • HIV-Infektion

    28. Juni 2026: Epidemiologische Entwicklung 2025 weiter

  • Hepatitis C

    24. Juni 2026: Glecaprevir/Pibrentasvir(Maviret® ) für akute Hepatitis C zugelassen weiter

  • Gesellschaft

    24. Juni 2026: Popsongs in Deutschland und USA immer selbstbezogener weiter

  • Malaria

    23. Juni 2026: Malaria-Einzeldosistherapie – Studien am Start weiter

  • HIV-Infektion

    23. Juni 2026: Erste Lungentransplantation HIV-zu-HIV weiter

  • Post Covid- Syndrom

    22. Juni 2026: Immunadsorption in kontrollierter Studie ohne Effekt weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.