Funktionelle Heilung – Ein Fall aus Deutschland

Kuala Lumpur, Malaysia, 1.7. 2013

Funktionelle Heilungen nach Therapie gibt es nicht nur Frankreich. Auch die Hamburger Arbeitgruppe um Jan van Lunzen stellte solch einen Fall vor.

Bei dem mittlerweile 67jährigen Patienten wurde 1999 die Diagnose einer akuten HIV-Infektion gestellt. Der ELISA-Test war positiv, der Western Blot noch nicht ganz. Die Viruslast lag bei >1 Millionen Kopien/ml, die CD4-Zahl knapp <500/µl.

Ein Monat nach der Diagnose begann die Therapie wegen eines akuten Virusinfekts mit AZT/3TC und Efavirenz. Die Viruslast fiel rasch unter die Nachweisgrenze und mit Ausnahme zweier kleiner Blips in den ersten zwei Jahren blieb sie konstant supprimiert über 140 Wochen. Die CD4-Zahl war stabil bei Werten zwischen 900 und 1000/µl.

2004 setzte der Patienten die Therapie ab. Anschließend kam es zu einem minimalen Rebound <100 Kopien/ml. Ab dem dritten Monat nach Therapieende  lag die Viruslast (bis heute) unter der Nachweisgrenze – selbst im ultrasensitiven Assay.

In Liquor und Darmbiopsien war keine HIV-RNA und in den peripheren PBMC keine HIV-DNA nachweisbar. Lediglich im Tierexperiment konnte vermehrungsfähiges HIV von diesem Patienten produziert werden.

Anders als in den bisher beschrieben Fällen hatte der Patienten eine starke und breite CD8-Aktivierung sowie CD4-T-Zellantwort. Einige Charakteristika der T-Zellfunktionen waren vergleichbar mit denen bei Elite-Kontrollers


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