Männermedizin
14. April 2026
Hochbegabte bekleiden häufig Führungspositionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Ob ihr hoher Intelligenzquotient mit einer bestimmten politischen Orientierung einhergeht, konnte bisher nicht eindeutig belegt werden. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass es eine signifikante, geschlechtsbezogene Besonderheit gibt: Hochbegabte Männer sind weniger konservativ als durchschnittlich begabte Männer.
Die Grundlage der Studie war das Marburger Hochbegabtenprojekt, für das bereits im Schuljahr 1987/1988 gut 7000 Grundschulkinder mit Intelligenztests untersucht wurden. Rund 150 Mädchen und Jungen erzielten einen Intelligenzquotienten von 130 und höher, das entspricht der Quote von etwa zwei Prozent Hochbegabten in der Bevölkerung. Die Personen wurden 35 Jahre später zu ihrer politischen Einstellung befragt und die Antworten mit denen von durchschnittlich intelligenten Personen verglichen.
Die Gruppe der durchschnittlich begabten Männer dazu neigte, Werte zu befürworten, die mit Tradition und strenger sozialer Ordnung verbunden sind. Die Männer mit hohem Intelligenzquotienten vertraten diese traditionellen konservativen Ansichten seltener. Bei Frauen zeigte sich hier kein Unterschied.
Kommentar Dr. Ramona Pauli:
Zitat des Erstautors: „Gerade in Zeiten, in denen populistische Bewegungen, links wie rechts, in Deutschland und Europa an Zulauf gewinnen und die politische Polarisierung zunimmt, ist es wichtig, solche Zusammenhänge empirisch zu untersuchen – statt diese lediglich zu vermuten. Unsere Daten liefern dafür eine belastbare Grundlage, denn es wurden erstmals die politischen Orientierungen hochbegabter Erwachsener betrachtet“. Für wen ist diese Information wichtig? Für die Marketingberater der Parteien?









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