Analkarzinom
20. September 2026
In der Langzeit-Studie APACHES bildeten sich 75% der hochgradigen Krebsvorstufen hHSIL (high-grade squamous intraepithelial lesion) im Verlauf von 5 Jahren spontan zurück.
An der Studie APACHES nahmen 513 HIV-positive MSM im Alter von > 35 Jahren an drei jährlichen Untersuchungen teil. Durchgeführt wurden anale Zytologie, Tests auf humane Papillomviren (HPV) sowie eine hochauflösende Anoskopie mit Biopsie. hHSIL wurden nicht behandelt, sondern bis zu fünf Jahre lang alle sechs Monate kontrolliert. In Biopsieproben von hHSILs wurden die Methylierungsmarker ASCL1 und ZNF582 bestimmt.
Von 127 unbehandelten hHSIL bildeten sich 21% innerhalb eines Jahres, 41% innerhalb von zwei Jahren und 75% innerhalb von fünf Jahren zurück. Während der Nachbeobachtungszeit entwickelte sich keine der Läsionen zu einem Karzinom.
Eine Rückbildung war bei hHSIL mit gleichzeitig hochgradigen Befunden in der analen Zytologie, einer über zwölf Monate persistierenden HPV-16-Infektion in analen Abstrichproben oder einer Positivität für sowohl ASCL1 als auch ZNF582 signifikant weniger wahrscheinlich.
Die Wahrscheinlichkeiten für eine Rückbildung innerhalb von fünf Jahren lagen zwischen etwa 30% bei hHSIL mit positiver Testung auf ASCL1/ZNF582 und hochgradiger Zytologie und etwa 90% bei hHSIL mit negativer Testung auf ASCL1/ZNF582 ohne hochgradige Zytologie. Die Rückbildung der hHSIL wurde weder durch das Alter oder Rauchen noch durch HIV-bezogene Marker beeinflusst.
Fazit der Autoren:
Nach fünf Jahren persistierte nur ein Viertel der unbehandelten hHSIL. Die Methylierungsmarker ASCL1/ZNF582 waren die stärksten Prädiktoren für eine persistierende hHSIL. In Kombination mit HPV-Tests und Zytologie könnten diese Marker zur Priorisierung von Diagnostik und Behandlung beim Analkrebs-Screening beitragen.









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