Interview mit PD Dr. Christoph Spinner, München - Bild

PD Dr. Christoph Spinner, München
PD Dr. Christoph Spinner, München

Drei Fragen zum Corona-Schnelltest

Wie zuverlässig ist der Schnelltest?

Der positive und negative Prädiktionswert von SARS-CoV-2 Point-of-care Antigentesten ist stark von der Vortestwahrscheinlichkeit und der Höhe der Viruslast abhängig. Eines der Hauptprobleme beim Einsatz bei Covid-19 liegt darin, dass eingesetzte Testverfahren Infektionen mit hoher Zuverlässigkeit erkennen können müssen, also sensitiv sein müssen. Erste praktische Erfahrungen liefern Hinweise, dass insbesondere bei niedrigen bis mittleren SARS-CoV-2 Viruslasten die Sensitivität der Antigenteste deutlich zurück geht. Das Problem der niedrigeren Sensitivität in diesem Kontext ist auch von Influenza-Antigentesten bekannt. Wir haben daher bei uns im Haus sowohl für Influenza wie für SARS-CoV-2 ausschließlich PCR-Verfahren und keine Antigentestverfahren im Einsatz.

Wann sollte man lieber einen Antigen-Schnelltest machen statt einer Analyse im Labor?

Für eine zuverlässige Diagnostik im medizinischen Kontext gibt es aus meiner Sicht viele gute Gründe weiter bei PCR-Verfahren zu bleiben, insbesondere in Krankenhäusern. Denn hier ist die Ausbruchsgefahr in besonders vulnerablen Patientengruppen von erheblicher Relevanz.  Antigenteste können zwar zeitnahe vor Ort durchgeführt werden, was allerdings auch die lokale (infektiöse) Probenverarbeitung mit entsprechendem Risiko erfordert. Die PCR-basierte Laboranalyse dürfte derzeit weiterhin die zuverlässigste Diagnostikmethode sein. Entscheidend für die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit ist hierbei in der Regel der Probentransport und weniger die reine Testzeit im Labor.

Wie sinnvoll ist der breite Einsatz dieses Test um die Ausbreitung von Corona in den Griff zu bekommen? 

Ob Antigenteste wirklich in der Lage sind, infektiöse Personen zuverlässig zu identifizieren, muss sich zeigen. Nach allem was wir wissen hat das vermutlich im Weißen Haus zuletzt nicht funktioniert. Es bleibt dabei: Ein Test ist eine Momentaufnahme und kein wirksamer Ausschluss einer Infektion. Schon gar nicht, wenn der Test über eine niedrige Empfindlichkeit verfügt. Ob Antigenteste wirksamen Einfluss auf die Pandemie haben können, muss sich im echten Leben zeigen.

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