Heilung
02. April 2019
Neuer Ansatz zur Verkleinerung des
HIV-Reservoirs
Man fand, dass
eine bestimmte Art von regulatorischen RNA-Molekülen, die „long,
non-coding RNA“ (lncRNA) in HIV-infizierten Makrophagen signifikant
häufiger vorkommt als in nichtinfizierten Zellen. Von einer
bestimmten lncRNA, genannt SAF, weiß man, dass sie den „Selbstmord“
von Zellen (Apoptose) verhindern kann. Die Forscher vermuteten nun,
dass HIV-infizierte Makrophagen durch die vermehrte Anwesenheit von
SAF an der Apoptose gehindert werden und deshalb als langlebiges
Reservoir für HIV dienen könnten.
Um diese Hypothese zu überprüfen,
wurde eine komplementäre RNA („small interfering RNA, siRNA) in
die Zelle gebracht. Tatsächlich führte dies dazu, dass sich die
Aktivität eines Enzyms (Caspase) erhöhte, das für die Apoptose
verantwortlich ist. In der Zellkultur zeigte sich das zunächst in
einer verringerten Virusproduktion und später in einem Absterben der
infizierten Zellen. Nicht infizierte Zellen wurden nicht
beeinträchtigt.
Nun hoffen die Forscher, kleine
Hemmstoffe von SAF identifizieren zu können, die sich vielleicht als
orale Medikamente eignen würden. Gleichzeitig werden noch weiter
lncRNA Moleküle untersucht, die ebenfalls bei HIV-infizierten Zellen
vermehrt vorkommen und die sich möglicherweise ebenfalls eignen um
latent infizierte Zellen zu finden und abzutöten.
Quelle:
Boliar S et
al, Inhibition of the lncRNA SAF drives activation of apoptotic
effector caspases in HIV-1–infected human macrophages, PNAS
published ahead of print March 27, 2019;
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