Neuartige HIV-Therapie

20. Oktober 2022

Erster Patient mit Duo-CAR-T-Zell-Therapie behandelt.

T-Zellen mit einem „Chimären Antigen-Rezeptor“ (CAR-T-Zellen) sind eine noch relativ neue Entwicklung aus der Krebsbehandlung und haben dort eine Verbesserung in der Behandlung einiger Blutkrebsarten gebracht. Inzwischen wird auch ihre Eignung für die Behandlung solider Tumore untersucht. Bei dieser Methode bekommen körpereigene T-Zellen mit Hilfe eines Vektors die genetische Information zur Herstellung eines zusätzlichen Rezeptors, der gezielt Krebszellen erkennen kann. Damit können die T-Zellen diese Krebszellen besser erkennen und beseitigen.

Beim Einsatz von CAR-T-Zellen gegen HIV verwendet man einen Rezeptor, der das Oberflächenprotein von HIV (gp120) erkennen kann. Somit werden die T-Zellen in die Lage versetzt, andere Zellen, die gerade beginnen, neue HI-Viren zu produzieren und die deshalb gp120 in ihren Zellmembranen bilden, zu erkennen und zu eliminieren, bevor neue Viren freigesetzt werden. Allerdings würden sich die T-Zellen dabei selbst infizieren. Deshalb wird bei der Duo-CAR-T-Zell-Therapie zusätzlich die Information für eine Genschere in die T-Zellen eingebracht, die das Gen für den CCR5-Rezeptor zerstört. Damit sind die T-Zellen vor einer HIV-Infektion geschützt.

Die Non-Profit-Organisation „Caring Cross” gab nun bekannt, dass der erste Patient im Rahmen einer Phase I/IIa-Studie Mitte August 2022 mit der Duo-CAR-T-Zell-Therapie behandelt wurde. Die Behandlung sei gut vertragen worden und man sei nun gespannt auf die ersten Ergebnisse.

Studienleiter ist Prof. Steven Deeks und Details zur Studie finden sich in der Datenbank von clinicaltrials.gov unter NCT04648046.



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