FORSCHER ARBEITEN AN DER ENTWICKLUNG VON AIDS-IMPFSTOFFKANDIDATEN
DAS unterstützt Forschungs- vorhaben der Uni Regensburg

Neben der Hilfe für Menschen mit HIV und AIDS sowie der Förderung von Projekten in Deutschland und im südlichen Afrika engagiert sich die Deutsche AIDS-Stiftung auch für die AIDS-Impfstoffforschung. Seit dem Jahr 2000 kooperiert die Stiftung mit der Internationalen AIDS-Impfstoffinitiative IAVI und setzt sich in Deutschland durch Lobbyarbeit für ein stärkeres finanzielles Engagement der Bundesregierung im Bereich der Impfstoffforschung und -entwicklung ein. Im Frühjahr 2004 beauftragte IAVI die Universitätskliniken Hamburg und Bonn mit der klinischen Erprobung eines AIDS-Impfstoff-Kandidaten auf der Basis von Parvoviren als Vektor. Diesen ersten klinischen Test eines AIDS-Impfstoffes in Deutschland förderte die Deutsche AIDS-Stiftung mit 100.000 Euro; die Ergebnisse konnten keine Impfantwort zeigen.


BU's Ein AIDS-Impfstoff könnte die Pandemie stoppen

Durch medizinische Therapien kann der Eintritt der HIV-Infektion in das Vollbild AIDS zwar deutlich verlangsamt werden, ein vollständiger Schutz oder eine Heilung ist aber nach wie vor nicht möglich. Nur ein kombinierter Einsatz von Prävention, Behandlung, Betreuung und AIDS-Impfstoffen kann die weitere globale Verbreitung des HI-Virus stoppen. Ein aktuelles Forschungsvorhaben von Prof. Hans Wolf gemeinsam mit Prof. Ralf Wagner am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Uni Regensburg und einer Gruppe von Wissenschaftlern aus anderen EU-Staaten und China arbeitet an der Entwicklung von Impfstoffkandidaten. Im Rahmen der Projektgruppe CHIVAC (mit Fokus auf China und Entwicklungsländer, vorwiegend in Süd- und Ostafrika) und EUROVAC mit dem zusätzlichen Fokus auch auf therapeutisch nutzbare Vakzine-Komponenten für Europa werden diese Forschungen von der EU gefördert.

IMPFSTOFF FÜR CHINA

CHIVAC, in dem europäische und chinesische Wissenschaftler zusammenarbeiten, hat die Entwicklung von AIDS-Impfstoffkandidaten für die chinesischen Regionen Yunnan und Sinkiang zum Ziel. Steigende Infektionszahlen in China erfordern dringend ein zunehmendes Engagement in der Impfstoffforschung. Prognosen besagen, dass die Infektionszahlen von 500.000 im Jahr 2000 bis auf mehrere Millionen im Jahr 2010 ansteigen könnten. Die genaue Kenntnis der regionalen Verteilung der HIV-Subtypen ermöglicht die Entwicklung eines optimal passenden Immunogens für einen HIV-Impfstoff in China. In dem von den CHIVAC-Projektpartnern in China betreuten Testgebiet Sinkiang gibt es bereits eine gut charakterisierte Bevölkerungsgruppe mit hohem Infektionsrisiko durch antigenetisch dem Impfantigen sehr ähnlichem C-clade HIV. In weiteren klinischen Tests, beispielsweise in der Region Yunnan, wo andere Stämme von HIV vorherrschen, kann dann auch getestet werden, wie umfassend der erreichte Impfschutz ist. Eine erste Komponente (Basis: Impfpockenvirus TianTan) aus dem gemeinsamen Projekt ist am 1. Dezember 2007 in eine Phase-I-Prüfung in Beijing gegangen. Die ersten klinischen Prüfungen aller Komponenten (DNA-basierte Impfkomponente, NYVAC - Pockenimpfvirus-basierte Komponente jeweils einzeln und in einem Kombinationsprotokoll) in Europa (Phase I und II in London und Lausanne) wurden 2007 mit sehr ermutigenden Ergebnissen abgeschlossen und hochrangig publiziert (A. Harari et al., JEM, Jan 2008; 205: 63-77).

FOLGESTUDIEN GESICHERT


Impfstoffforscher Prof. Hans Wolf (li.) und Prof. Ralf Wagner (re.)

Für die inzwischen aus Regensburg anlaufenden Folgestudien fehlten der Universität Regensburg allerdings finanzielle Mittel zur Anschaffung einer Kühlleitung für das Aufbewahrungssystem der Proben - Voraussetzung für die notwendige jahrelange Lagerung der anfallenden Proben bei minus 80 Grad Celsius. Zudem wurden dringend ein spezielles Mikroskop für Quantifizierung und Qualitätsbeurteilung von Zellen sowie ein Zellzählgerät benötigt. Diese Einrichtungen werden auch für die Vorbereitung und Durchführung von Impfstudien in Afrika (Südafrika, Tansania) eingesetzt werden, die unter Verwendung der gleichen Impfstoffkomponenten in Vorbereitung sind. Die Deutsche AIDS-Stiftung, bei der ein entsprechender Antrag auf finanzielle Förderung einging, ermöglichte die Anschaffung der erforderlichen technischen Geräte durch die Bewilligung einer Fördersumme von 34.000 Euro, und freute sich zugleich über die großzügige Spende eines Unternehmers, der 15.000 Euro für die Forschungsförderung zur Verfügung stellte.

Spendenkonto 82 69 500 · BFS Köln - BLZ 370 205 00

Deutsche AIDS-Stiftung · www.aids-stiftung.de

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