10. Interdisziplinäre Fachtagung HIV und Schwangerschaft
Jubiläum in Schlangenbad

Zum zehnten Mal  veranstaltete das HIVCENTER im Klinikum der JW Goethe Universität Frankfurt in diesem Jahr die „Deutsche Fachtagung HIV und Schwangerschaft“.  Am 29. und 30. Januar trafen sich rund 110 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zur Jubiläumsveranstaltung im winterlich verschneiten Schlangenbad, um den aktuellen Stand der Dinge rund um das Thema HIV und Schwangerschaft interdisziplinär zu diskutieren. Die Veranstaltung stand auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der DAIG, der DAIG-Sektion All Around Women Special, der DAGNÄ und des Kompetenznetzes HIV/AIDS.

Kein Geburtstag ohne Kuchen: Jubiläums- torte „Schlangenbad“
Kein Geburtstag ohne Kuchen: Jubiläums- torte „Schlangenbad“

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Tagung HIV und Schwangerschaft standen natürlich auch Rückblick, Standortbestimmung und Ausblick auf dem Programm. Die HIV-Behandlerin Jane Anderson (London), der Gynäkologe Kees Boer (Amsterdam) und der Pädiater Christoph Rudin (Basel) gingen bei ihrer Podiumsdiskussion auch auf die Themen Stillen, AZT-Gabe unter der Geburt bei supprimierter mütterlicher Viruslast und die Notwendigkeit der PEP beim exponierten Neugeborenen ein. Lebhaft diskutiert wurde auch bestmöglicher Zeitpunkt für den Beginn einer HIV-Transmissionsprophylaxe während der Schwangerschaft. Hier zeichnet sich ein Trend für einen zukünftig früheren Therapiebeginn ab.

Guidelines und Wirklichkeit

Obwohl die Deutsch-Österreichischen Empfehlungen zur Therapie HIV-positiver Schwangerer und Prophylaxe der Neugeborenen in ihrer letzten Aktualisierung (September 2008) die Möglichkeit der Spontangeburt für Frauen mit supprimierter Viruslast aufgenommen haben, entbindet die Mehrzahl der Frauen in Deutschland immer noch per elektiver Sectio. Neben Berlin und München bietet nun auch die Frankfurter Universitätsfrauenklinik den HIV-positiven Schwangeren die Möglichkeit der natürlichen Geburt an. Die Gynäkologin Anke Reitter und die Hebamme Chantal Gertsen berichteten aus Frankfurt von der Umstellung im Kreißsaal und der damit verbundenen Neuorganisation von Arbeitsabläufen im Team. Fazit: Interne Fortbildungen und Transparenz haben hier wesentlich dazu beigetragen, die Umsetzung der Guidelines in den klinischen Alltag erfolgreich zu gestalten. Die Möglichkeit sich in einem Zentrum für eine natürliche Geburt entscheiden zu können, stellt für die HIV-positiven Schwangeren einen Meilenstein in Richtung Normalität dar.

10. Interdisziplinäre Fachtagung HIV und Schwangerschaft, Schlangenbad, 29.-30. Januar 2010 Fotos: Kathleen Mantzsch
10. Interdisziplinäre Fachtagung HIV und Schwangerschaft, Schlangenbad, 29.-30. Januar 2010
Fotos: Kathleen Mantzsch

Einzelfall und Register

Auch in diesem Jahr waren  die interaktiven Fallbesprechungen wieder ein Highlight der Tagung in Schlangenbad. Es  wurden im Einzelfall beispielsweise Schwierigkeiten im Nebenwirkungsmanagement der ART im Schwangerschaftsverlauf aufgezeigt oder mögliche Strategien zur Betreuung von Late Presentern diskutiert. Hier geht es bei der späten Vorstellung allerdings nicht wie sonst um den CD4-Wert <350/µl, sondern um den Beginn der Transmissionsprophylaxe jenseits der 32. Schwangerschaftswoche. Um die Häufigkeit u.a. solcher Fälle in Zukunft deutschlandweit erfassen zu können, ist das Deutsche Schwangerschaftsregister Anfang Januar 2010 an den Start gegangen. Registrierungen können unter schwangerschaftsregister@daignet.de oder schwangerschaftsregister@dagnae.de vorgenommen werden.

11. Interdisziplinäre Fachtagung „HIV und Schwangerschaft“

findet am 28. und 29. Januar 2011 in Schlangenbad statt.

Kontakt: annette.haberl@hivcenter.de

11. Interdisziplinäre Fachtagung „HIV und Schwangerschaft“  findet am 28. und 29. Januar 2011 in Schlangenbad statt.

Die Fachtagung HIV und Schwangerschaft wurde freundlicherweise  von folgenden Firmen unterstützt:

Abbott, Boehringer Ingelheim & Gilead

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