Bitte um MItarbeit
KAAD plant nationale HIV-Tumor-Kohorte

Im Rahmen des Deutsch-Österreichischen AIDS Kongresses in Hannover hielt die Klinische Arbeitsgemeinschaft AIDS in Deutschland (KAAD) ihre Mitgliederversammlung ab. Thema war neben den neuen Leitlinien zu opportunistischen Infektionen und verschiedenen laufenden Studien auch der Aufbau einer nationalen HIV-Tumor-Kohorte.

Nach der Begrüßung durch den Vorstand Jan Thoden und Anja Potthoff erfolgte ein Überblick über die Aktivitäten der KAAD seit dem Vorstandswechsel auf den Münchner AIDS-Tagen. Einen Schwerpunkt stellten dabei die in München verabschiedeten und im August bei der AWMF eingereichten Leitlinien zur Therapie opportunistischer Infektionen bei HIV dar.  Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Probandenversicherung, welche die KAAD bei HIV-bezogenen klinischen Projekten vermitteln kann. Es wurde im Rahmen der KAAD-Sitzung und später auch der DAIG-Sitzung beschlossen, dass die Kostenübernahme des Jahresbeitrages zukünftig direkt von der DAIG übernommen wird.

Laufende Studien

Vorstand der KAAD: Dr. Jan Thoden, Freiburg;  und Dr Anja Potthoff, BochumVorstand der KAAD: Dr. Jan Thoden, Freiburg;  und Dr Anja Potthoff, Bochum

Drei im Rahmen der Probandenversicherung versicherte Studien wurden vorgestellt. Stellvertretend für Marcus Hentrich berichtete Jan Thoden über den Stand der Hodgkin-Studie, diese hat mittlerweile 109 HIV-Infizierte eingeschlossen und soll nach Möglichkeit verlängert werden. Das Studienteam arbeitet an einer praktikablen Lösung, Modifikationen des Protokolls eingeschlossen.

Die Bochumer Studie zu Humanen Papillomaviren (HPV) im Bereich der Mundhöhle mit aktuell 536 untersuchten HIV-Infizierten stellte Anja Potthoff vor. Die Patienten werden in dieser Studie mit einem Fragebogen zu Risikofaktoren (z.B. Rauchen, Oralverkehr) befragt und es werden Abstriche im Bereich der Mundhöhle genommen. Es erfolgt eine HPV-Typisierung und Quantifizierung in Kooperation mit Frau Prof. Wieland (Virologie Uniklinikum Köln). Die Studie soll noch bis Jahresende laufen und dann abschließend ausgewertet werden.

Abschließend präsentierte Evi Wolf von MUC-Research Details aus der 2008 begonnenen Studie „New Era“, welche noch bis Ende 2018 laufen soll und aktuell 49 Patienten umfasst. Die Studie erfasst verschiedenste Scores zur Erfassung der Lebensqualität von HIV-Infizierten und vergleicht diese u.a. mit den Ergebnissen bei anderen chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus).

Tumor-Kohorte

Ein Anliegen des KAAD-Vorstandes ist der Aufbau einer nationalen HIV-Tumor-Kohorte.  Die Inzidenz der AIDS-definierenden, aber auch der nicht AIDS-definierenden Malignome (NADMs) ist bei HIV-Infizierten deutlich erhöht. Hierzu wurden bisher verfügbare Daten für Deutschland (z.B. aus der dagnä-Kohorte) vorgestellt. Ziel ist eine einfache aber doch aussagekräftige Dokumentation dieser Fälle in einem zentralen Register (bei der KAAD), welches auch verschiedenen Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt werden könnte. Eine realistische Patientenzahl sollte bei ca. 150 Tumoren (nicht-AIDS-definierend) pro Jahr in Deutschland liegen. Seitens der versammelten Mitglieder wurde der Vorschlag durchaus positiv aufgenommen, allerdings gab es verschiedene Einwände, dass bis zu einer epidemiologischen Auswertung bei einem sehr heterogenen Patientenkollektiv viele Jahre vergehen werden, initial wären nur deskriptive Auswertungen möglich. Ein weiteres Problem stellt die Finanzierung einer solchen Kohorte dar. Möglicherweise wäre eine Fokussierung auf einzelne Entitäten ein gangbarer Kompromiss.



Der KAAD-Vorstand bittet Interessierte, sich zu melden
(Jan.Thoden@uniklinik-Freiburg.de).

Ein ausführliches Treffen wird im Rahmen der KAAD-Sitzung am

Donnerstag, den 15. März 2012, von 17.00 – 18.00 Uhr

im Rahmen der 14. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage (16.-18. März 2012  Hotel Dolce München Unterschleißheim) stattfinden.

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