HIV-positiv in Österreich

Im Jahr 2012 gab es im gesamten Bundesgebiet Österreichs 4.398 HIV-Positive. Davon wurden 80 Prozent in Spezialambulanzen der Krankenhäuser in den großen Städten, vor allem in Wien, behandelt. Die restlichen 20 Prozent werden im niedergelassenen Bereich betreut und wenn nötig therapiert. Die ÖGNÄ-HIV (Österreichische Gesellschaft niedergelassener Ärzte zur Betreuung HIV-Infizierter) gibt in Anlehnung an die „Österreichische HIV-Kohorte HIV/AIDS in Österreich“ die ÖGNÄ-HIV-Kohorte heraus.

Wiltrut Stefanek

„Es fehlt die Lobby“

Wiltrut Stefanek gehört zu den wenigen HIV-positiven Menschen in Österreich, die sich geoutet haben. Sie ist Vorsitzende des Vereins PULSHIV (www.pulshiv.at) und arbeitet im Community Board des DÖAK. Den Selbsthilfeverein hat sie gegründet, weil sie sich von den vorhandenen Institutionen nicht aufgefangen fühlte. Sie sieht die Aids- Hilfen eher als Behörden, aber nicht als Selbsthilfe im eigentlichen Sinn. Sie sagt: „Die Menschen haben viel zu viel Angst, geoutet zu werden, wenn sie sich zu sehr engagieren. Es fehlt die Lobby.“ PULSHIV steht für Prävention, Unterstützung, Lebensqualität, Selbsthilfe, Hoffnung, Information, Vertrauen und versteht sich als Interessensvertretung von und für Menschen mit HIV/AIDS und deren Angehörige: „Wir informieren, beraten, unterstützen, begleiten und leben vor allem mit HIV.“

Betrachtet man die Altersverteilung der von der ÖGNÄ-HIV betreuten Patienten, fällt auf, dass die HIV-Infektion keine typisch „junge“ Erkrankung mehr ist: Der Großteil der Patienten ist zwischen 30 und 50 Jahren alt, ein nicht geringer Teil der Patienten sogar älter als 60 Jahre.

Bei den Neuinfektionen steigt die Zahl der jungen schwulen Männer aber deutlich an. Im Jahr 2012 wurden in Österreich 523 neue Infektionen verzeichnet, etwas weniger als die 523 Infektionen des Jahres 2011. Laut der Statistik des Gesundheitsministeriums starben 2012 (bis November) 19 Menschen an Aids, deutlich weniger als die 32 Aids-Sterbefälle in 2011.

Nach Schätzungen des Department für Virologie der Universität Wien nimmt die Zahl der Patienten, die einer sehr komplexen Langzeit-Therapie und konstanter ärztlicher Überwachung bedürfen, in Österreich jedes Jahr um mindestens 400 zu. Dies erfordere dringend, die spezialisierte ärztliche Versorgung von HIV-positiven Menschen in Österreich deutlich auszubauen.

In Österreich gibt es anders als in Deutschland keinen Aidshilfe Dachverband, sondern sieben eigenständige Vereine: die Aidshilfe Wien, die Aidshilfe Steiermark in Graz, die Aidshilfe Tirol in Innsbruck, die Aidshilfe Vorarlberg in Bregenz, die Aidshilfe Kärnten in Klagenfurt, die Aidshilfe Oberösterreich in Linz und die Aidshilfe Salzburg. Sie bieten Beratung, kostenlose und anonyme Testung, Vorträge und Workshops. Jede Aidshilfe hat ihre eigene Homepage mit Informationen und Terminen. Darüber hinaus können unter www.aidshilfen.at verschiedene Publikationen wie das viermal im Jahr erscheinende Informationsmagazin PlusMinus kostenlos bestellt werden.   FZ


„Du musst dein Leben ändern“

Bauch: Du musst dein Leben ändern„Torso“ heißt die Installation des Kölner Künstlers Igor Borowski, die im Lift in den Rathaus Galerien anlässlich des DÖAK 2013 ausgestellt wird. Kunst kann und sollte die Wahrnehmung ändern – das wollen auch die mehr als 250 männlichen Torsi des Kunstlifts erreichen. Borowski lässt in seiner Installation den deutschen Lyriker Rilke und die polnische Dichterin Wislawa Szymborska zusammentreffen und eigene Perspektiven einfließen. Abgerundet wird die Lifterfahrung mit der Klanginstallation „Du musst dein Leben ändern“, der Satz, mit dem das Rilke-Gedicht endet.

Treibhaus: Spielplatz am Volksgarten

Plakat: Treibhaus Weiberwirtschaft

Allzu leicht macht es das Treibhaus seinen möglichen Besuchern nicht. Es ist zwar zentral in der Innenstadt gelegen, aber keine Schilder weisen den richtigen Weg. Wer es allerdings gefunden hat, den erwarten im und um den achteckigen Turm „eine Heimat für die Künstler des Landes und der Welt und diejenigen, die als Gäste hierher kommen“ sowie „einen Spiel-Platz für Kinder jeden Alters und einen Ort des Gesprächs für alle“. Neben Kaffeehaus gibt es Bandprojekte, Live-Konzerte vom Meisterkonzert bis zu Projekten aus der Subkultur, Jam Sessions, Ausstellungen.

Angerzellgasse 8 · 6020 Innsbruck · www.treibhaus.at



Ausgabe 2 - 2013Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • HIV-Infektionen steigen wieder

    31. Mai 2026: Gilead unterstützt HIV-Projekte weiter

  • HIV-Leitlinien

    31. Mai 2026: Update 2025: Die Neuerungen weiter

  • Mikrobiom

    03. Juni 2026: Özi`s 5.300 Jahre alte Darmflora weiter

  • Epidemiologie

    02. Juni 2026: Aktueller Ausbruch-Bericht weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • HIV-Infektion

    01. Juni 2026: Fortgeschrittener Immundefekt verschlechtert Prognose auch bei nicht HIV-assoziierten Tumoren weiter

  • Antibiotika

    01. Juni 2026: 2025 weniger Antibiotika verschrieben weiter

  • Hepatitis C

    27. Mai 2026: Positives Votum für Maviret® weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: Gründe von PLHW für/gegen Long-Acting ART weiter

  • Hepatitis D

    27. Mai 2026: Hepcludex® jetzt auch in den USA zugelassen weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: Dolutegravir/Lamivudin für Kleinkinder weiter

  • HIV-ART

    27. Mai 2026: FDA gibt Bictegravir/Lenacapavir bevorzugte Bearbeitung weiter

  • Sexualmedizin

    25. Mai 2026: Nervenbahn der Klitoris erstmals detailliert dargestellt weiter

  • COVID-19

    21. Mai 2026: Ensitrelvir reduziert COVID-Risiko weiter

  • STI

    21. Mai 2026: Steiler Anstieg in Europa weiter

  • Lassa

    18. Mai 2026: Erste klinische Studie mit Favipiravir weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.