Harriet Langanke
SHE – Selbsthilfe- und Fortbildungsprogramm für Frauen mit HIV von Frauen mit HIV

Viele Jahre lang gab es nur wenige Angebote für Frauen mit HIV in Deutschland. Ihre Zahl war und ist mit einem Anteil von unter 20 Prozent deutlich geringer als die der HIV-positiven Männer. Ihre Probleme waren und sind jedoch nicht geringer. Darauf reagiert seit 2012 auch das Pharma-Unternehmen Bristol-Myers Squibb mit seinem deutschen Programm SHE.

SHE – Selbsthilfe- und FortbildungsprogrammEuropäisches Programm von und für Frauen mit HIV

SHE ist nicht nur das weibliche Fürwort „sie“ im Englischen. Es ist auch die Abkürzung für „Strong, HIV positive, Empowered“. Die drei Begriffe sind somit buchstäblich programmatisch, denn bei SHE geht es darum, Frauen mit HIV im Leben mit dem Virus zu unterstützen.

SHE ist ein internationales Programm, das in mehreren europäischen Ländern umgesetzt wird. Erste Überlegungen
begannen 2010 in England. Seit dem offiziellen Start des Programms bei einer internationalen Aids-Konferenz in Rom 2011 sind weitere Länder wie Finnland, Polen, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland
hinzugekommen.

Jedes Land passt das SHE-Programm an die nationalen Gegebenheiten und Lebensbedingungen der betroffenen Frauen an. So gibt es in Deutschland zwei sich ergänzende SHE-Stränge: das medizinische und das Community-Programm. Das Medical-Programm identifiziert Wissenslücken und Best-Practice-Modelle, es erforscht mit wissenschaftlichen Studien die Situation von Frauen mit HIV und es fördert die Zusammenarbeit z.B. von Gynäkologie, Infektiologie und Pädiatrie.

Kombination für Medizin und Community

Kernstück von SHE sind in allen beteiligten Ländern die Peer Support Workshops. Peer, der englische Begriff für „Ebenbürtige“, macht deutlich, dass es bei SHE die Frauen mit HIV selbst sind, die andere Frauen mit HIV unterstützen. „Die Kombination von Selbsthilfe und fachlicher Fortbildung stärkt die Frauen in vielfacher Hinsicht“, erläutert Ärztin und HIV-Spezialistin Annette Haberl aus Frankfurt, die die Umsetzung in Deutschland begleitet. „Das ist gerade in der medizinischen Versorgung wichtig. Ganz gleich, ob es um eine Therapie-
Entscheidung oder um Fragen im persönlichen Alltag geht.“

Mehr Stärke und Kraft für den Alltag mit HIV in Deutschland vermitteln seit 2013 die speziell ausgebildeten SHE-Trainerinnen. Elf Frauen, alle erfahren im Leben mit HIV, haben sich bisher zu Workshop-Leiterinnen ausbilden lassen. Sie haben gelernt, wie sie die Workshops planen, wie sie kooperierende Arztpraxen oder Ambulanzen finden und wie sie mit schwierigen Situationen umgehen. „Es kann sehr emotional werden, wenn Frauen – oft zum ersten Mal – ihre Erfahrungen mit anderen Frauen teilen“, weiß Haberl, die zum Beratungsteam für SHE, der Faculty, gehört. „Solche Herausforderungen können im Medizin-Betrieb nicht immer angemessen aufgefangen werden. In den SHE-Workshops ist dafür Raum.“

Vorteile für alle Beteiligten

In ihrer Ausbildung haben die deutschen SHE-Trainerinnen nicht nur Handwerkszeug fürs Moderieren erhalten. Sie tauschen sich auch untereinander aus und erhalten qualifizierte Supervision. Bristol-Myers Squibb begleitet die Workshops mit organisatorischer Hilfe bei der Vorbereitung und Bewerbung. Die inhaltliche Gestaltung der Workshops liegt ausschließlich in den Händen der Leiterinnen. Damit ist auch die Anonymität der Workshop-Teilnehmerinnen gewährleistet.

Die bisherigen Erfahrungen mit Workshops zwischen Lübeck und München zeigen: In der geschützten Atmosphäre gelingt es, Isolation aufzubrechen und sich gegenseitig zu stärken. „Von den SHE-Workshops profitieren alle Beteiligten“, weiß Annette Haberl. „Die Teilnehmerinnen, die Trainerinnen und wir in der medizinischen Versorgung. Denn mit SHE können wir unseren Patientinnen ein zusätzliches Angebot machen und sie für einen besseren Umgang mit der Infektion und dem Medizinbetrieb stärken!“

Weitere Informationen:

www.sheprogramm.de

Ausgabe 3 - 2014Back

Nachrichten

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    16. Juli 2018: Im letzten halben Jahr wurden vermehrt HAV-Infektionen bei Reisenden beobachtet.weiter

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    16. Juli 2018: Das Robert Koch-Institut hat einen Ratgeber zu HPV herausgegeben.weiter

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    10. Juli 2018: Rote Hand Brief zu möglichen Nebenwirkungenweiter

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    03. Juli 2018: Vergleich von Chemotherapie-Optionenweiter

  • PrEP

    03. Juli 2018: Die ersten deutschen Leitlinien sind erschienen.weiter

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    02. Juli 2018: Maviret® mit im Wettbewerbweiter

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    02. Juli 2018: Auch dieses Jahr zeichnete die Deutsche Leberstiftung wieder eine wegweisende hepatologische Publikation aus.weiter

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    01. Juli 2018: Darunavir/Cobicistat in der Spätschwangerschaftweiter

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    04. Juni 2018: Bei der Umstellung von HIV-Patienten auf ein Generikum ist der Arzt gefragt! Mit dem neuen Gesprächsleitfaden zur Generikaumstellung liefert Hexal Ärzten ein übersichtliches Tool ...weiter

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