Interview mit Apothekerin Dr. Inka Krude, Bochum
Wir hatten Bedarf vor Ort!

Sie bieten seit Anfang Oktober eine PrEP für 52 Euro an, die sie selbst produzieren. Wie kam es dazu?

Dr. Inka Krude, BochumKrude: Meine Apotheke liegt in direkter Nachbarschaft zu einem Zentrum für Sexuelle Gesundheit in Bochum. Deshalb gab es eine starke Nachfrage nach einer günstigen PrEP, aber ich konnte nicht liefern.

Warum haben Sie sich nicht dem Projekt von Herrn Tenberken angeschlossen?

Krude: Die Alte Apotheke 1691 gehört zum Kreis der HIV- und Hepatitis-kompetenten Apotheken und ich habe mein Interesse an einer Teilnahme an dem Projekt bereits beim ersten Aufruf im Juli angemeldet. Leider wurden wir nicht berücksichtigt und auch bei späteren Nachfragen hieß es aufgrund der knappen Ware könne man derzeit keine weiteren Apotheken beliefern.

Wie können Sie den günstigen Preis bieten?

Krude: Wir haben einen Vertrag mit dem Hersteller TAD. Er liefert eine Teilmenge an die Alte Apotheke 1691 und wir verblistern die Tabletten. Hier in der Apotheke gibt es schon seit langem die Möglichkeit zu verblistern.

Werden Sie andere Apotheken beliefern?

Krude: Es gab natürlich viele Nachfragen von anderen Apotheken, auch aus dem Ausland, aber wir werden niemand beliefern. Doch es gibt viele Apotheken, die verblistern können.

Nehmen Sie an der PRIDE-Studie teil?

Krude: Nein, aran nimmt die Apotheke nicht teil, aber es gab Kontakte der Studienleitung mit dem Zentrum für sexuelle Gesundheit in unserer Nachbarschaft.

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