Deutsche AIDS-Hilfe logoFortbildung: Und es hat Zoom gemacht!

Let's talk about sexSexualität thematisieren und Tests anbieten leicht gemacht: Das zertifizierte Kommunikationstraining für Gespräche über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen der Deutschen Aidshilfe gibt es jetzt auch online.

Es ist eine medizinische Binsenweisheit: Eine Diagnose kann Leben retten und ist die Voraussetzung für die richtige Therapie. Bei HIV und STI erfolgen Diagnosen aber oft noch immer viel zu spät. Rund 11.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer HIV-Infektion, ein Drittel der HIV-Patient*innen erhält die Diagnose erst bei fortgeschrittenem Immundefekt.

Einer der Gründe dafür: Einen Test anzubieten, fällt Ärzt*innen oft schwer, weil damit das Thema Sexualität ins Spiel kommt. Es ist häufig mit Ängsten und Hemmschwellen verbunden. Hier schafft „Let’s talk about Sex“ Abhilfe. In zertifizierten Kommunikationstrainings lernen Mediziner*innen, wie sie das Thema souverän anschneiden und die richtigen Fragen stellen.

Das ist nun auch online möglich: Die Deutsche Aidshilfe hat das wissenschaftlich evaluierte Fortbildungsprogramm in ein Zoom-Format übersetzt. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv und eröffnen neue Chancen.

Wissen und Übungen

© DAH / Renata Chueire
© DAH / Renata Chueire

Wie spreche ich Patient*innen auf ihre Sexualität an? Wo liegen meine eigenen Barrieren und Grenzen? An welche STI sollte ich bei Männern, an welche bei Frauen denken? Der Workshop liefert wichtiges diagnostisches Basiswissen, zum Beispiel über Symptome und Testverfahren, und gibt zugleich Hilfestellungen für Gesprächsabläufe. Geübt wird in Rollenspielen, Gruppenarbeit hilft, eigene Haltungen und Hürden zu reflektieren.

Zurück im Alltag, wirken sich die neuen Fähigkeiten unmittelbar positiv auf Anamnese und Diagnosestellung aus. „Das Wissen über das Sexualverhalten oder die sexuelle Orientierung von Patient*innen kann helfen, Risiken einzuschätzen und an den richtigen Stellen zu suchen. Ein Screening auf STI wird zielführender, wenn bekannt ist, ob Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr praktiziert wird“, erklärt Armin Wunder, Hausarzt und Mitarbeiter am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Uni in Frankfurt am Main sowie Trainer des Projekts.

Interaktiv und praxisnah

Wie aber lässt sich ein Programm, das stark auf Dialog und persönliche Übungen baut, nun in ein Online-Format übersetzen? „Wir waren zunächst skeptisch, aber es hat super geklappt!“, fasst Projektleiterin Silke Eggers die Erfahrungen der Corona-Zeit zusammen. Die bisherigen Veranstaltungen benoteten die Teilnehmer*innen durchschnittlich mit 1,3. Und 97% erklärten, das Seminar sei für ihre Arbeit nützlich gewesen.

„Gerade der Austausch in der Gruppenarbeit, gegenseitige Motivation und die Übungen in Rollenspielen wurden dabei positiv hervorgehoben“, sagt Gabi Jung, Ärztin und Trainerin des Projektes. Die Teilnehmer*innen fühlten sich trotz räumlicher Distanz in der Gruppe gut aufgehoben. Einigen fiel es im Online-Setting sogar leichter, sich auf Rollenspiele einzulassen. Fazit auf einem Auswertungsbogen: „Ich nehme neue Ideen mit aus der Veranstaltung und auch eine große Portion Motivation.“

Jetzt auch Einzelbuchungen

Bisher gab es „Let’s talk about Sex“ vor allem als Inhouse-Veranstaltung, zum Beispiel in Kliniken, Gemeinschaftspraxen und Qualitätszirkeln oder auf Kongressen. Dank des Online-Formates ist es nun auch möglich, sich einzeln in die Fortbildung einzubuchen – und dies unabhängig vom Aufenthaltsort.

„Damit wollen wir auch Ärzt*innen eine Möglichkeit bieten, die in keiner größeren Gruppe oder medizinischen Institution eingebunden sind“, betont Silke Eggers. „Wir hoffen, damit noch mehr Mediziner*innen zu erreichen und ihnen den Zugang zum Seminar zu erleichtern.“


Termine:

  • 09. Februar 2022, 15-18 Uhr, Online-Seminar, Zertifizierung C, 4 Punkte
  • 02. Februar 2022, 15-18 Uhr, Schwerpunkt Kommunikation mit trans Patient*innen, online Zertifizierung C, 4 Punkte

Durch die Förderung der PKV können diese Fortbildungen kostenlos angeboten werden.

Weitere Informationen und Termine: www.hiv-sti-fortbildung.de

Anmeldung: irene.dause@dah.aidshilfe.de
Tel. (030) 69 00 87-46

Ausgabe 4 - 2021Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • HIV-PrEP

    28. August 2026: PrEP Survey des RKI weiter

  • HIV-Heilung

    28. August 2026: Neuer Ansatz: Frühe Therapie mit CCR5-Blockade, ART und bnABs weiter

  • HIV-Infektion

    28. August 2026: Dolutegravir (Tivicay®) für Neugeborene über 2 kg weiter

  • HIV-Infektion

    28. August 2026: Bictegravir/Lenacapavir (Bixlenvo®) in USA zugelassen weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Antimikrobielle Resistenz

    28. August 2026: Bakterien können auch gegen Asobiotika resistent werden weiter

  • Tuberkulose

    28. August 2026: Neue Erkenntnisse zur Transmission weiter

  • West Nil-Fieber

    24. August 2026: Weitere Ausbreitung in Europa weiter

  • Phagentherapie

    20. August 2026: Kinase T7 überwindet bakterielle Abwehrsysteme weiter

  • Antimikrobielle Therapie

    20. August 2026: Leitlinie zur Dosisindividualisierung von Betalaktam-Antibiotika weiter

  • Influenza

    20. August 2026: Kein Effekt von Oseltamivir bei schwerer Influenza weiter

  • Japanische Enzephalitis

    11. August 2026: Lieferengpass für Impfstoff weiter

  • Virologie

    07. August 2026: Meilenstein: AI erschafft 16 neue Bakteriophagen weiter

  • Malaria

    05. August 2026: Makrophagen in der Milz dauerhaft geschädigt weiter

  • Therapiewahl bei HIV

    01. August 2026: Seien Sie beim dagnä-Workshop dabei weiter

  • Harnwegsinfekt

    31. Juli 2026: Neue Therapie mit Phagen und Stuhltransplantat weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.