SWITCHMRK: Switch von Lopinavir/r auf Raltegravir virologisch nicht gleichwertig

Montreal, 9. Februar 2009

Der Wechsel von Lopinavir/r auf Raltegravir bei Patienten mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze hat in der randomisierten SWITCHMRK-Studie häufiger zum virologischen Versagen geführt als die Fortführung des ursprünglichen Regimes.

An den internationalen Studien SWITCHMRK I und II (Protikoll 032 und 033) nahmen 355 Patienten teil, deren Viruslast seit mindestens drei Monate unter einer Lopinvavir/r-basierten HAART <50 Kopien/ml lag. Bei 176 Patienten wurde von Lopinavir/r auf Raltegravir umgestellt, 178 Patienten nahmen Lopinavir/r weiter. Nach 24 Wochen lag die Viruslast unter Raltegravir bzw. Lopinavir/r bei 88% bzw. 93,8% der Patienten unter der Nachweisgrenze. Die Differenz betrug -5,8%. Damit hat Raltegravir das Kriterium der Nicht-Unterlegenheit nicht erreicht.

Versagen insbesondere bei mehrfach vorbehandelten Patienten

Ein Therapieversagen mit einer zweimaligen Viruslast >400 Kopien/ml lag unter Raltegravir vs. Lopinavir/r bei 12 vs. 4, mit einer Viruslast >50 Kopien/ml bei 32 vs. 17 Patienten vor. 84% der Patienten mit Therapieversagen unter Raltegravir waren beim Switch nicht mehr auf ihrem Firstline-Regime und bei 66% hatte bereits früher einmal eine Therapie versagt.

Bei 8 der 9 Patienten mit einer Viruslast >50 Kopien/ml aus SWITCHMRK II lag ein Resistenztest vor, wobei 4 Patienten NRTI-, NNRTI- und Integrasehemmer-Mutationen aufwiesen. Bei 4 Patienten war lediglich eine Resistenz gegen den Integrasehemmer nachweisbar.

Besseres Lipidprofil

Signifikant besser unter dem Integrasehemmer im Vergleich zu Lopinavir/r war das Lipidprofil. Die Triglyceride ging nach dem Wechsel um 41%, das Gesamtcholesterin um 13% zurück. Bei HDL- und LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin wurde kein Unterschied beobachtet. Die Verträglichkeit der beiden Substanzen war gleichermaßen gut. Es wurden keine gravierenden Nebenwirkungen beobachtet.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Antimikrobielle Resistenz

    24. Juli 2026: Ein Fall von Heterovirulenz weiter

  • Mikrobiom

    22. Juli 2026: Stuhltransfer verbessert Schlaf weiter

  • Antimikrobielle Resistenz

    22. Juli 2026: Bakterien einfach aushungern weiter

  • Malaria

    21. Juli 2026: In Frankfurt vier Flughafenmitarbeiter erkrankt weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Penisvergrößerung

    20. Juli 2026: Neue OP-Technik weiter

  • Cyclospora cayetanensis

    20. Juli 2026: Ausbruch in den USA weiter

  • Ebola

    20. Juli 2026: Impfstoff-Studie startet weiter

  • Epidemiologie

    14. Juli 2026: Aktuell: Masern, Dengue, MPOX und Ebola weiter

  • Transsexualität

    13. Juli 2026: Transmänner - Schwangerschaft und Geburten weiter

  • Hepatitis C

    12. Juli 2026: Sofosbuvir/Velpatasvir-Konzentration in Muttermilch weiter

  • Sexuell übertragbare Infektion

    07. Juli 2026: Faziale Klebisellen-Folliculitis durch ano-oralen Kontakt weiter

  • Marburg-Virus

    07. Juli 2026: Erstmals sexuelle Transmission beschrieben weiter

  • Reisemedizin

    06. Juli 2026: Aktualisierung der Reiseimpfempfehlungen 2026 weiter

  • Robotik

    06. Juli 2026: Taucheranzug für Kakerlaken weiter

  • Hannibal

    06. Juli 2026: Wahrscheinlichster Weg des Alpenübergangs weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.