Bilirubin als Surrogatparameter für Dolutegravir-assoziierten ZNS-Nebenwirkungen

Boston, 10.03 2020

Dolutegravir hat sich in klinischen Studien als gut verträglich gezeigt, ZNS-Nebenwirkungen traten nur in 2% der Fälle so schwer auf, dass sie zum Studienabbruch führten. Allerdings zeigten sich in Untersuchungen nach der Zulassung auf deutlich höhere Abbruchraten. Dabei fand man teilweise einen Zusammenhang von ZNS-Nebenwirkungen mit den Wirkstoffspiegeln von Dolutegravir im Blut. Da sowohl Dolutegravir als auch Bilirubin über das UGT1A1-Enzym verstoffwechselt werden, sollte untersucht werden, ob Bilirubin-Spiegel als Surrogatparameter für ZNS-Nebenwirkungen durch Dolutegravir verwendbar wären.

Die 372 untersuchten Menschen mit HIV waren im Mittel 44,6 Jahre alt, 59% Männer, 61% Weiße, 28% hatten HIV durch i.v. Drogengebrauch erworben. Die mediane CD4-Zellzahl lag bei 515,5 Zellen/µl, 66% hatten eine Viruslast unter 50 Kopien/ml, 14% waren koinfiziert mit Hepatitis C und 3% mit Hepatitis B. 102 der Teilnehmenden (33%) berichteten Nebenwirkungen, davon waren 95% ZNS-bezogen (40% Schlafstörungen, 15% Depression, 15% Kopfschmerzen waren die häufigsten). Die mediane Zeit bis zum Auftreten der Nebenwirkung betrug 17 Wochen. Obwohl es keinen signifikanten Unterschied der Bilirubinwerte über die Zeit gab, hatten Menschen vor dem Auftreten der ZNS-Nebenwirkungen signifikant höhere Bilirubinspiegel (12,3 vs. 9,4 µmol/l) im Vergleich zu gematchten Studienteilnehmern ohne ZNS-Nebenwirkungen.

Die Autoren folgern, dass die Zusammenhänge zwischen ZNS-Nebenwirkungen, Bilirubinwerten und Dolutegravirspiegeln weiter untersucht werden sollten.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Antimikrobielle Resistenz

    18. Februar 2026: 5000 Jahre alte Resistenzdaten weiter

  • STI

    18. Februar 2026: Trichophyton mentagrophytes Ausbruch in Minnesota weiter

  • Antihelmethika

    17. Februar 2026: EMA empfiehlt Levamisol vom EU-Markt zu nehmen weiter

  • HIV

    17. Februar 2026: Menopause verstärkt bei Frauen mit HIV Insulinresistenz schneller weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Robert Koch-Institut

    17. Februar 2026: Erstmals Resistenzdaten zu Pilzen veröffentlicht weiter

  • Antiretrovirale Therapie

    16. Februar 2026: VOLVER: DTG/3TC bei M184V/I weiter

  • Epstein-Barr-Virus

    16. Februar 2026: Trigger für Multiple Sklerose weiter

  • MPOX

    13. Februar 2026: Erste rekombinante Varianten beschrieben weiter

  • HIV

    13. Februar 2026: Neuer Antikörper für Therapie und Impfung weiter

  • Mikrobiom

    13. Februar 2026: 11 genetische Varianten beeinflussen das Darm-Mikrobiom weiter

  • MPOX

    13. Februar 2026: Update der CDC weiter

  • Andmore

    13. Februar 2026: Liebesruf der Frösche im Klimawandel weiter

  • MPOX

    12. Februar 2026: Feuerfußhörnchen als natürliches Reservoir identifiziert weiter

  • Mikrobiom

    10. Februar 2026: Mikrobiom-Generalisten können Resistenzen weltweit verbreiten weiter

  • Tuberkulose

    10. Februar 2026: TB-Prophylaxe ohne HIV: Ein oder drei Monate weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.