Kick & Kill: Funktioniert auch mit Antikörper nicht besser

Boston, 10.03 2020

Nachdem alle bisherigen Studien zum „kick & kill“-Ansatz mehr oder weniger enttäuschend verlaufen sind, hoffte man auf bessere Ergebnisse durch Verwendung eines breit neutralisierenden Antikörpers um das „killing“ zu verbessern.

In dieser Studie sollten latent infizierte Zellen durch Romidepsin aktiviert werden (und damit HIV zur Vermehrung angeregt werden) und anschließend sollten die Zellen durch den breit neutralisierenden Antikörper 3BNC117 markiert und durch das Immunsystem abgetötet werden.

Von den 20 Probanden, die alle eine ART einnahmen, bekam Gruppe A den Antikörper vor jedem Romidepsin-Zyklus; dieses wurde in Woche 0, 1 und 2 (Zyklus 1) und 8, 9 und 10 (Zyklus 2) verabreicht. Gruppe B erhielt die beiden Romidepsin-Zyklen aber ohne Antikörper.

Zu Woche 24 als die Antikörper-Spiegel nicht mehr nachweisbar waren, wurde eine analytische Therapiepause gemacht. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Anstieg der Viruslast.

19 Probanden vollendeten alle Zyklen; 11 in Gruppe A und 8 in Gruppe B. Je zwei in jeder Gruppe wollten keine Therapiepause machen. Sieben Teilnehmende hatten Blips (21-144 Kopien/ml) nach den Romidepsin-Infusionen. Die virale RNA stieg bei den meisten nach der zweiten und dritten Romidepsin-Infusion an. Die Abnahme viraler DNA betrug 90 vs. 61 Kopien/106 CD4-Zellen in Gruppe A vs. B. (p=0,79 – nicht signifikant). Die mediane Zeit bis zum Anstieg der Viruslast (> 200 Kopien/ml) lag bei 2,5 Wochen (A) und 4 Wochen (B). Insgesamt wurden 237 unerwünschte Ereignisse berichtet, von denen 64 als möglicherweise auf die eingesetzten Substanzen zurückzuführen waren.

Die Autoren folgern, dass die Kombination zwar sicher war aber weder die virale DNA verringerte noch die Zeit bis zum Anstieg der Viruslast verzögerte.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Eigenbrauer-Syndrom

    12. Januar 2026: Welche Bakterien produzieren den Alkohol? weiter

  • HIV-Therapie

    12. Januar 2026: Doravirin/Islatravir gleichauf mit BIC/FTC/TAF weiter

  • Keuchhusten

    09. Januar 2026: Impfung in Schwangerschaft schützt Neugeborene weiter

  • HIV-Therapie

    22. Dezember 2025: Vorschlag zum CD4-Monitoring für neue LA-Substanzen in Entwicklung weiter

  • Baylisascaris procyonis

    21. Dezember 2025: Waschbärspulwurm in neun europäischen Ländern nachgewiesen weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Influenza

    21. Dezember 2025: Influenza A(H3N2) Subklade K weiter

  • Antibiotikaresistenz

    18. Dezember 2025: Datenverzerrung verringert Zuverlässigkeit von KI-Vorhersagemodellen weiter

  • Nachruf

    17. Dezember 2025: Prof. Frank-Detlef Goebel 13.7.1941 - 4.12.2025 weiter

  • HIV-Infektion

    17. Dezember 2025: ARTISTRY-2: Beim Switch BIC/LEN gleichauf mit BIC/F/TAF weiter

  • β-Lactam-Antibiotika

    17. Dezember 2025: Negative Auswirkungen der "Penicillin-Allergie" weiter

  • Mikrobe des Jahres 2026

    17. Dezember 2025: Penicillium – Pinselschimmel rettet Leben weiter

  • Harnwegsinfektion

    17. Dezember 2025: Neues Verfahren beschleunigt Resistenztests weiter

  • Oroya-Fieber

    15. Dezember 2025: Aufklärung des Krankheitsmechanismus weiter

  • MPOX

    13. Dezember 2025: Neuer Ansatz: Breit neutralisierende Antikörper weiter

  • Gonorrhoe

    13. Dezember 2025: Orale Einmaldosis Zoliflodacin erfolgreich weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.