Mini-Effekt von Vesatolimod?

Boston, 10.03 2020

Der Toll-like-receptor-Agonist Vesatolimod hat im Affenversuch zusammen mit therapeutischen Impfstoffen teilweise eine beeindruckende Kontrolle der Viruslast nach Absetzen einer ART ermöglicht. Nun wurde das Konzept in einer Phase 1b-Studie am Menschen geprüft.

25 Teilnehmende unter suppressiver ART, die vor ART nur eine Viruslast < 5.000 Kopien/ml gehabt hatten („Controller“) erhielten entweder Vesatolimod (n=17) oder Placebo (n=8). Die Verabreichung erfolgte alle 2 Wochen insgesamt zehn mal. Die Substanz wurde gut vertragen, Nebenwirkungen umfassten Lymphknotenschwellung, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Während der analytischen Therapiepause hatten die Probanden der Vesatolimod-Gruppe einen leicht verzögerten Viruslastanstieg (> 50 Kopien/ml) von 4,1 im Vergleich zu 3,9 Wochen und 5 vs. 4 Wochen (>200 Kopien/ml), beide Unterschiede waren statistisch signifikant. Vier Menschen in der Vesatolimod-Gruppe hatten für 6 Wochen keinen Anstieg der Viruslast; bei einer Person stieg die Viruslast erst nach 15 Wochen über 50 Kopien/ml und nach 31 Wochen über 200 Kopien/ml. Diese Person beendete die Studie nach 48 Wochen mit einer Viruslast zwischen 164 und 215 Kopien/ml.

Die Autoren empfehlen, die Wirksamkeit von Vesatolimod mit anderen Kombinationspartner wie CD8-induzierenden Impfstoffen oder breit neutralisierenden Antikörpern weiter zu untersuchen.


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