LEVI-Syndrom: Long-acting Early Viral inhibition Syndrom

Seattle, 21.02.2023

Das Syndrom beschreibt die Konstellation der akuten HIV-Infektion bzw. Diagnostik unter langwirksamer PrEP.

In den StudienHPTN 083 and HPTN 084 (Cabotegravir 5 Wochen oral, Q1M und dann Q2M über 3 Jahre) wurden 36 HIV-Infektionen beobachtet. HIV-Infektionen, die sechs Monate und später nach der letzten Injektion auftraten, zeigten die klassischen Charakteristika. Dagegen zeigten die 13 HIV-Infektionen im Zeitraum bis zu sechs Monate nach der letzten Injektion einen ungewöhnlichen Verlauf. Die Patienten waren in der asymtomatisch und der Verlauf gekennzeichnet durch wechselnde und widersprüchliche Ergebnisse von HIV-Antikörpertest und Virusnachweis. Die Sicherung der Diagnose HIV-Infektion dauerte mehrere Monate, in einem Fall neun Monate. 11 Patienten erhielten trotz HIV-Infektion erneut Cabotegravir-PrEP und sieben Patienten entwickelten eine relevante INSTI-Resistenz.

Hintergrund von LEVI ist die Virussuppression durch die PrEP, die eine niedrige Viruslast sowie verzögerte Antikörper-Serokonversion zur Folge hat. Eine sehr niedrige Viruslast, insbesondere ein nicht quantifizierbares, positiver Signal in der HIV-PCR, ist nach Meinung der Studienleiterin Susan Eshleman, Baltimore, kein sicheres Diagnose-Kritierium. Die PCR kann falsch positiv sein und daher kein Grund eine ART einzuleiten. Auch das Risiko der sexuellen Transmission sei vernachlässigbar, allenfalls die Übertragung bei einer Blutspende sei denkbar.

Kommentar Dr. Ramona Pauli, München:

Diese Schwierigkeit der Diagnose eine HIV-Infektion unter laufender PrEP durch wechselnde und widersprüchliche Ergebnisse von HIV-ELISA und HIV-PCR wurde bereits von Jean-Michel Molina unter oraler PrEP beschrieben. Unter langwirksamer PrEP ist das Problem sicher noch häufiger bzw. ausgeprägter. Eine Patentlösung ist nicht Sicht. Wir werden uns auch weiterhin im Spannungsfeld zwischen Einleitung einer ART bei HIV-Negativen, dem Fortführen einer PrEP mit dem Risiko der Resistenzentwicklung und dem Absetzen der PrEP ohne HIV-Infektion bei sexuell aktiven Personen bewegen. Derzeit die einzige Lösung scheinen regelmäßige Wiederholungen der Tests zu sein, die Patient*innen (und Behandler*innen gleichermaßen) belasten.

Assay Reversion

Comparison of acute HIF infection to thos that occur in LEVI




DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Depot-Penicillin

    27. Januar 2026: Versorgungsmangel bei Benzylpenicillin-Benzathin weiter

  • Antibiotika

    23. Januar 2026: Trends in Deutschland 2010 – 2024 weiter

  • Sexuelle Gewalt

    23. Januar 2026: Neue Leitlinie zur Versorgung weiter

  • Appendizitis

    22. Januar 2026: Antibiotika bei unkomplizierter Appendizitis weiter

  • Impfempfehlungen

    22. Januar 2026: Übersicht zu relevanten Änderungen 2025 weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • IAS 2027

    22. Januar 2026: Die 14. IAS-Konferenz wird in Genf stattfinden. weiter

  • Andmore

    22. Januar 2026: Penisgröße beeinflusst Attraktivität weiter

  • Kongress

    20. Januar 2026: Erste gemeinsame Jahrestagung von DZIF und PEG weiter

  • Impfen bei Multipler Sklerose

    20. Januar 2026: Neue Impfstrategie und Pocketcard weiter

  • MPOX

    20. Januar 2026: Zwei Drittel der Betroffenen haben Langzeitfolgen weiter

  • HIV-PrEP

    19. Januar 2026: Zahl der PrEP-Nutzer deutlich gestiegen weiter

  • Doxy-PEP

    19. Januar 2026: Empfehlungen der Europäischen Gesundheitsbehörde weiter

  • Hepatitis B

    16. Januar 2026: Bepirovirsen erfolgreich in Phase-3-Studien weiter

  • HIV/TB

    16. Januar 2026: BIC/F/TAF BID bei Rifampicin erfolgreich weiter

  • Mpox

    16. Januar 2026: Erste Nachweise von Mpox-Klade Ib in Berlin weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.