Atherosklerose ist reversibel

Mannheim, 13. 4. 2012

Aktuelle Studiendaten zeigen, dass die Bildung atherosklerotischer Gefäßveränderungen umkehrbar ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass strenge Zielwerte für das LDL-Cholesterin erreicht und eingehalten werden.

Atherosklerose ist keine Einbahnstraße, das belegt die Studie SATURN (Study of CoronaryAtheroma by InTravascular Ultrasound: Effect of Rosuvastatin Versus AtorvastatiN). Ziel dieser Untersuchung war eigentlich, Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den Statinen Atorvastatin und Rosuvastatin nachzuweisen. Es zeigte sich, eine gewisse, nicht signifikante Überlegenheit von Rosuvastatin im Vergleich zu Atorvastatin, darüber hinaus jedoch in beiden Gruppen (bei intensiver Therapie) eine Regression der Plaques, die bei mehr als zwei Drittel der Patienten an Volumen abnahmen.

Nach zweijähriger hochdosierter Therapie erreichten die mit Rosuvastatin behandelten Patienten ein etwas niedrigeres LDL-Cholesterin (62,6 vs. 70,2 mg/dl) und auch höhere HDL-Cholesterinwerte (50,4 vs. 48,6 mg/dl).

In der Studie wurden atherosklerotische Gefäßveränderungen mittels intravaskulärem Ultraschall (IVUS) kontrolliert. Es ergab sich eine Reduktion von 0,99 Prozent unter Atorvastatin und 1,22 Prozent unter Rosuvastatin. Die Differenz war nicht signifikant.

Statin-Dosis muss bei Risikopersonen hoch genug sein

Obwohl das primäre Studienziel nicht erreicht wurde, ist das Ergebnis von SATURN als beeindruckender Befund zu werten, zeigt es doch, dass die Atherosklerose bei geeigneter Therapie reversibel ist. Prof. Raimund Erbel, Essen: „Die Dosis der Statine muss bei Risikopersonen hoch genug sein. Das LDL-Cholesterin muss unter 80 mg/dl gesenkt werden, in den USA gilt sogar ein Zielwert von 70 mg/dl. Deshalb wurde in früheren Studien auch keine Rückbildung der Plaques gesehen. Die LDL-Senkung war einfach nicht deutlich genug. Das liegt zum Teil auch daran, dass man mit den älteren Statinen die heutigen Zielwerte in den meisten Fällen gar nicht erreichen kann.“

Die Rückbildung der Plaques wird sich langfristig in einer Reduktion klinischer Ereignisse niederschlagen. Erbel erklärte, „Regression bedeutet weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle.“ Die Therapie mit hochdosierten Statinen ist jedenfalls machbar, zumal die Nebenwirkungsrate in SATURN gering war. Bei keinem einzigen der rund 1000 Patienten trat eine Rhabdomyolyse, die gefürchtetste Komplikation der Statin-Therapie, auf.

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • HIV-Leitlinien

    31. August 2026: Update 2025: Die Neuerungen weiter

  • AlphaRegio

    31. August 2026: Infektiologie im Fokus weiter

  • Impfen

    01. September 2026: Kampagne „München impft“ startet weiter

  • Trichophyton indotineae

    01. September 2026: Surveillance zeigt weltweiten Anstieg weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • MPox

    31. August 2026: Sperma begünstigt Infektion weiter

  • Frauenmedizin

    31. August 2026: Fertilität erhöht Lust auf Luxusgüter weiter

  • HIV-PrEP

    28. August 2026: PrEP Survey des RKI weiter

  • HIV-Heilung

    28. August 2026: Neuer Ansatz: Frühe Therapie mit CCR5-Blockade, ART und bnABs weiter

  • HIV-Infektion

    28. August 2026: Dolutegravir (Tivicay®) für Neugeborene über 2 kg weiter

  • HIV-Infektion

    28. August 2026: Bictegravir/Lenacapavir (Bixlenvo®) in USA zugelassen weiter

  • Antimikrobielle Resistenz

    28. August 2026: Bakterien können auch gegen Asobiotika resistent werden weiter

  • Tuberkulose

    28. August 2026: Neue Erkenntnisse zur Transmission weiter

  • West Nil-Fieber

    24. August 2026: Weitere Ausbreitung in Europa weiter

  • Phagentherapie

    20. August 2026: Kinase T7 überwindet bakterielle Abwehrsysteme weiter

  • Antimikrobielle Therapie

    20. August 2026: Leitlinie zur Dosisindividualisierung von Betalaktam-Antibiotika weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.