Herz-Risikofaktoren zu wenig bekannt und unzureichend behandelt

Mannheim, 12. 4. 2012

Wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind weit verbreitet, aber den Betroffenen oft nicht bewusst – bei Männern ist das häufiger der Fall als bei Frauen. Sind sie bekannt, werden sie trotzdem häufig nicht optimal behandelt.

Das sind Eckdaten einer Studie von Forschern aus Mainz und Hamburg, die jetzt auf der 78. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.

Im Rahmen der Mainzer „Gutenberg-Gesundheitsstudie“ wurden insgesamt rund 10.000 Menschen zwischen 35 und 74 Jahren untersucht je zur Hälfte Männer und Frauen. Männer wiesen insgesamt mehr Risikofaktoren auf.

Am weitesten verbreitet ist in der untersuchten Altersgruppe der Risikofaktor Bluthochdruck mit 46 Prozent (50,2 Prozent bei Männern und 41,9 Prozent bei Frauen), gefolgt von ungünstigen Blutfettwerten (Dyslipidämie) mit 27,7 Prozent (35,6 Prozent der Männer und 19,9 Prozent der Frauen) und Adipositas mit 24,1 Prozent (Männer: 25,3 Prozent; Frauen: 22,9 Prozent). 20,8 Prozent der Untersuchten rauchen (Männer: 22,7 Prozent, Frauen: 19 Prozent), 16,6 Prozent (Männer: 15,6 Prozent; Frauen: 17,6 Prozent) sind wegen einer familiären Vorgeschichte von Herzinfarkt gefährdet und 6,1 Prozent (Männer: 7,7 Prozent; Frauen: 4,5 Prozent) leiden an Diabetes.

Dieser weiten Verbreitung von Herz-Risikofaktoren steht eine unzureichende Behandlung gegenüber. Ein Viertel der Hypertoniker wussten nicht über ihre riskanten Blutdruckwerte Bescheid, bei 51,3 Prozent der Bluthochdruck-Betroffenen wurde dieser Risikofaktor nicht behandelt. Ihre Dyslipidämie war einem noch höheren Anteil, nämlich 34,9 Prozent der Betroffenen nicht bekannt, nur 7,2 Prozent der untersuchten Personen mit ungünstigen Blutfettwerten wurden dagegen behandelt.

„Die aktuellen Daten zeigen einen erstaunlich hohen Anteil von Menschen, die sich ihres Herz-Kreislauf-Risikos nicht ausreichend bewusst sind“, so Dr. Jürgen Prochaska von der Medizinischen Klinik und Poliklinik und Centrum für Thrombose und Hämostase der Universitätsmedizin Mainz. „Wenn sie bekannt sind, werden die Risikofaktoren oft nicht oder unzureichend behandelt. Das bedeutet aber auch: Es gibt ein großes Potenzial, die Herz-Kreislauf-Krankheitslast zu verringern, indem wir die Diagnose und Therapie der klassischen Risikofaktoren verbessern.“

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