EASL LogoRibavirin besser nach GFR dosieren?

Ribavirin wird derzeit nach dem Körpergewicht dosiert. Einer Studie des bng zufolge könnte die Dosierung nach der glomerulären Filtrationsrate (GFR) bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Genotyp 1 und 4 und günstiger sein.

In der deutschen Kohortenstudie war bei 1615 Patienten, die mit Peg-IFN und Ribavirin behandelt wurden, die glomeruläre Filtrationsrate bekannt. Die Patienten wurden in 2 Gruppen strafiziert:

  • Normale GFR: > 90 mL/min/1.73 m2 (n = 1498)
  • Niedrige GFR: 60-90 mL/min/1.73 m2 (n = 107)

10 Patienten mit einer GFR < 60 mL/min/1.73 m2 wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Ergebnisse

Die GFR korrelierte mit Geschlecht, Alter und HCV-Genotyp, nicht jedoch mit dem Körpergewicht oder Body Mass Index (BMI).

Im Vergleich zu Patienten mit normaler GFR kam es bei Patienten mit niedriger GFR

  • bei Genotyp 1 und 4 seltener zur SVR (49.7% vs. 33.3%)
  • häufiger zur Anämie (16.1% vs. 35.5%)
  • häufiger zu Hautproblemen (18.4% vs. 27.1%)
  • häufiger zumTherapieabbruch wegen Nebenwirkungen (20.7% vs. 29.0%)
  • einer geringeren kumulativen Ribavirin-Dosis (74.0% vs. 66.0%)

Fazit

Möglicherweise führt die nicht-optimale Ribavirin-Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion häufiger zu Nebenwirkungen und damit zur Dosisreduktion und einer geringeren SVR-Rate.

Zehnter E, Mauss S, Boeker K, et al. The role of glomerular filtration rate for treatment with peginterferon alfa-2A (40KD) and ribavirin in patients with chronic hepatitis C (CHC). Program and abstracts of the 42nd Annual Meeting of the European Association for the Study of the Liver; April 11-15, 2007; Barcelona, Spain. Abstract 656.

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