Autoimmunhepatitis - Budesonid oder Prednison?

Bei der Therapie der Autoimmunhepatitis scheint Budesonid dem Prednison überlegen zu sein. In einer kontrollierten Studie jedenfalls kam es innerhalb von sechs Monaten unter Budesonid häufiger zum Rückgang der erhöhten Leberwerte.

An der doppelblinden Untersuchung nahmen 208 Patienten im Alter zwischen 10 und 70 Jahren mit neu diagnostizierter Autoimmunhepatitis ohne Zeichen einer Leberzirrhose teil. Sie wurden randomisiert sechs Monate lang mit Azathioprin und Budesonid bzw. Prednison behandelt. In der Budesonid-Gruppe erhielten die Patienten 9 mg/d Budesonid bis zum Erreichen der biochemischen Remission. Dann wurde auf 6 mg/d reduziert. In der Prednison-Gruppe wurde in den ersten vier Wochen 40 mg/d gegeben und anschließend nach und nach bis auf 10 mg in der neunten Woche reduziert. Bei früherem Erreichen der biochemischen Remission konnte bereits in der dritten Woche mit der Dosisreduktion begonnen werden.

Ergebnisse

Primärer Endpunkt war die biochemische Remission ohne eine der vordefinierten Steroid-Nebenwirkungen bei der letzten Untersuchung. Diesen Endpunkt erreichten unter Budesonid 47% im Vergleich zu 18,4% in der Prednison-Gruppe (p<0,00001).

Sekundäre Endpunkte (Budesonid vs. Prednison): # ·

  • biochemische Remission: 60% vs. 40% ·
  • Keine Steroid-Nebenwirkungen: 72% vs. 47% ·
  • Normales Bilirubin: 83% vs. 90% ·
  • Normales IgG: 56% vs. 62%

Fazit

Budesonid führt bei der Autoimmunhepatitis häufiger zur biochemischen Remission ohne Steroid-Nebenwirkungen.


Manns MP et al, EASL, Mailand 23-27 April 2008, Abstract 989


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