Tenofovir/Emtricitabin bei immuntoleranten Patienten überlegen

Amsterdam, 26.04. 2013

Erstmals wurden immuntolerante Patienten mit der Fixbombination Tenofovir/Emtricitabin versus Tenofovir behandelt.

An der Studie nahmen 126 Patienten mit hoher Viruslast (1,7x107 IU/ml) und normalen Transaminasen teil. Diese Patienten haben gemäß den aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien keine Therapieindikation. In der Studie wurden sie mit Tenofovir oder der Fixkombination Tenofovir/Emtricitabin behandelt.

Nach vier Jahren lag die Viruslast bei signifikant mehr Patienten unter der Kombination der Nachweisgrenze von <69 IU/ml (76% vs. 55%). Nur wenige Patienten (n=5) hatten eine HBeAg-Serokonversion und keiner einen HBsAg-Verlust. Resistenzen wurden auch bei den Patienten mit geringer residualer Virämie nicht beobachtet.

Ungefähr die Häfte der Patienten stoppte die Medikation nach der Studie und alle hatten einen viralen Rebound bis zur Ausgangs-Viruslast.

 

Kommentar Dr. Ramona Pauli, München

Die Leitlinien empfehlen nicht immuntolerante Patienten, d.h. Patienten mit chronischer Hepatitis B ohne Transaminasen-Erhöhung zu behandeln, lassen es aber bei Patienten mit hepatozellulären Karzinomen in der Familienanamnese offen. Diese Studie ist kein Beleg für den Nutzen der Behandlung dieser Patienten, insbesondere da die Tage von HBeAg- und HBs-Ag-Verlusten minimal war. Die Überlegenheit der Fixombination von Tenofovir/Emtricitabin überrascht, nachdem in ähnlichen Studien bei Patienten mit einer Indikation zur Behandlung dies nicht gesehen wurde.


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