Funktionelle Heilung

Kuala Lumpur, Malaysia, 1.7. 2013

Größtes Interesse auf dem Kongress galt den sogenannten „Post-Treatment-Controllers“, d.h. Patienten, deren Viruslast nach Absetzen der ART nicht anstieg. Dieser Zustand wird als „funktionelle Heilung“ oder neuerdings auch als „HIV-Remission“ bezeichnet.

Weniger als 1% aller HIV-Infizierten sind Elite Controller, d.h. die Virusreplikation wird durch körpereigene Abwehrkräfte komplett unterdrückt. Wird die akute HIV-Infektion früh und über einige Jahre behandelt, scheinen mehr Patienten dazu in der Lage zu sein. Aufgrund der bisherigen Berichte schätzt man, dass 5-15% der Patienten nach einer Behandlung Post-Treatment-Controllers (PTC) sein könnten. Die größte Gruppe von PTC sind derzeit die sogenannten Visconti-Patienten. 

Die Visconti (Viro-Immunologic Sustained CONtrol after Treatment Interruption)-Patienten der französischen ARNS ist eine Gruppe von 14 Patienten mit folgenden Charakteristika:

  • ART-Beginn in den ersten 10 Wochen nach akuter HIV-Infektion
  • ART mindestens ein Jahr
  • Komplette Suppression während ART
  • Viruslast <400 Kopien/ml für mindestens 12 Monate nach Ende der ART

Die meisten der Patienten hatten klinische Symptome während der akuten Infektionsphase (weshalb die Infektion vermutlich auch entdeckt wurde).  Im Vergleich zu Elite Controller haben PTC weniger häufig protektive Gene (z.B. HLA-B52/57) und daher auch eine geringere T-Zellantwort. Das HIV-Reservoir scheint dagegen ähnlich wie bei Elite Controller gering zu sein und im Lauf der Zeit sogar abzunehmen. Die Menge an Zell-gebundener HIV-DNA ist gering, aber nachweisbar.

Bei einer zweiten Gruppe von Patienten in Bangkok, die sehr früh behandelt wurden (Stadium Fiebig I der akuten Infektion), fand sich eine deutlich geringere Besiedelung von HIV in den Reservoiren und die Zell-gebundene HIV-DNA war während der Therapie noch weiter rückläufig bzw. nicht nachweisbar. Bisher werden diese Patienten noch behandelt.

Ob die Patienten initial mit einer herkömmlichen Dreier-Kombination oder zusätzlich mit Maraviroc oder Raltegravir behandelt werden, scheint im Hinblick auf die Viruslast und T-Zell-Erholung keinen additiven Nutzen zu bringen.

Prädiktoren für eine geringe Zell-gebunde HIV-DNA sind einer französischen Analyse der Daten von 243 Patienten zufolge eine niedrige maximale Viruslast, eine HIV-RNA <1 Kopie/ml im Blut und ein hohe HC4/CD8-Ratio.

ANRS Satellite Symposium: What Can We Learn from Post-Treatment Controllers? 7th IAS Conference on HIV Pathogenesis, Treatment and Prevention, June 30-July 3, 2013, Kuala Lumpur.

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