Dolutegravir bei Frauen

Mexico City, Mexico, 21.07 2019

Neue WHO-Leitlinien empfehlen Dolutegravir wieder auch für Frauen, die schwanger werden können.

Im Mai 2018 wurde in der Tsepamo-Studie in Botswana eine erhöhte Rate an Neuralrohrdefekten (NTD) bei Kindern von Frauen beobachtet, die während der Empfängnis Dolutegravir eingenommen hatten. Eine neue Auswertung fast ein Jahr später mit mehr Frauen und Kindern zeigt ein geringeres Risiko als ursprünglich dokumentiert. In Brasilien wurde bei einer Überprüfung der nationalen Datenbank überhaupt kein erhöhtes Risiko von NTD weder unter Dolutegravir noch unter Raltegravir gefunden.

In Tsepamo wurden unter Dolutegravir während der Konzeption 4/426 NTD (09,4%) dokumentiert. In der längeren Beobachtungszeit bis nunmehr 3/2019 waren es unter DTG 5/1683 NTD (0,3%) im Vergleich zu unter EFV 3/7959 (0,03%), unter ART im allgemeinen 15/14.792 (0,1%) und ohne ART 70/89.372 (0,08%). Die Differenz zwischen Dolutegravir im Vergleich zu jeder anderen ART beträgt somit 0,2%. Das Risiko eines NTG bei Einnahme von Dolutegravir bei der Empfängnis beträgt 3 pro 1000 Geburten im Vergleich zu jeder ART 1 pro 1000 Geburten.

In Brasilien trat seit Mai 2018 bei Kindern von 382 Frauen, die während der Konzeption Dolutegravir einnahmen, und bei 247 Frauen unter Raltegravir kein einziger NTD auf.

Neue WHO Empfehlung

Von der WHO wird Dolutegravir jetzt wieder in der Firstline- wie Seconlinetherapie für Frauen in jedem Alter empfohlen. Hintergrund der Entscheidung waren, so Meg Doherty von der WHO, die neue Nutzen-Risiko-Analyse unter allen Aspekten (Verträglichkeit, Kosten usw.) plus die steigende NNRTI-Primärresistenz von >10% in einigen afrikanischen Ländern. Gleichzeitig betont die WHO aber auch die Notwendigkeit, Frauen in gebärfähigen Alter, über das letztendlich doch leicht erhöhte Risiko und Alternativen zu Dolutegravir aufzuklären und auf die Substitution von Folsäure zu achten. Folsäuremangel ist ein bekannter Risikofaktor für NTD.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Hepatitis B

    22. Oktober 2026: Bepirovirsen (Hibsago®) in USA zugelassen weiter

  • Antiretrovirale Therapie

    22. Oktober 2026: Erste Erfahrungen mit LEN/CAB-LA weiter

  • HIV-Infektion

    18. Oktober 2026: Blips sind häufiger unter Proteasehemmern weiter

  • MERS-CoV

    18. Oktober 2026: Acht Fälle in Saudi-Arabien weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • West Nil Fieber

    18. Oktober 2026: Höchste Zahlen in Europa weiter

  • HPV

    18. Oktober 2026: Erster HPV-Atlas und sechs strategische Empfehlungen weiter

  • Epidemiologie

    06. Oktober 2026: Ausbrüche weltweit weiter

  • Tungiasis

    05. Oktober 2026: Verlust von 575.000 gesunden Lebensjahre pro Jahr weltweit weiter

  • COVID-19

    05. Oktober 2026: Immunität schützt auch vor anderen Fledermaus-Coronaviren weiter

  • Q-Fieber

    05. Oktober 2026: Ausbruch in Baden-Württemberg weiter

  • Antimikrobielle Resistenz

    04. Oktober 2026: Phagenimmunität kann Resistenz beschleunigen weiter

  • Sindbis-Virus-Infektion

    04. Oktober 2026: Erstnachweis einer autochthonen Infektion in Deutschland weiter

  • Salmonella Strathcona

    04. Oktober 2026: Hohe Fallzahlen in der Saison 2025/2026 weiter

  • HIV-Forschung

    04. Oktober 2026: Meilensteine der HIV-Behandlung weiter

  • AlphaRegio

    04. Oktober 2026: Infektiologie im Fokus weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.