Trogarzo® (Ibalizumab)

Medikament in Deutschland außer Handel

 

200 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Jede Durchstechflasche enthält 200 mg Ibalizumab (in 1,33 ml Lösung).

Indikation

Zugelassen in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung von Erwachsenen mit einer multiresistenten HIV-1-Infektion indiziert, bei denen kein anderes supprimierendes, antivirales Regime zusammengestellt werden kann.

4 Anwendung und Dosierung


Das Medikament wird als Infusion gegeben. Die empfohlene Dosis besteht aus einer einzelnen Aufsättigungsdosis von 2000 mg, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 800 mg alle 2 Wochen. Bei einer um mehr als 3 Tage verzögerten Infusiom, muss erneut die Aufsättigungsdosis von 2000 mg gegeben werden.

Bezeichnung des Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels muss eindeutig dokumentiert werden.

Wirkmechanismus


Ibalizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper des Immunglobulin-G-Typs 4. Als Post-Attachment-Inhibitor verhindert Ibalizumab nicht nur die Bindung von HIV an die CD4-Zelle, sondern auch das Eindringen von HIV in die Zelle.

Wirksamkeit

In den Studien TMB-301 und Studie TMB-301 wurde Ibalizumab an Patienten mit Multiresistenz mit/ohne Therapieversagen geprüft. Die Substanz hat bei einem Großteil der Patienten einen günstigen virologischen Effekt.

Im Falle einer Resistenzentwicklung ist keine relevante verbleibende Wirkung von Ibalizumab zu erwarten. Eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Ibalizumab wurde bei der Mehrheit der Patienten festgestellt, die in der Schlüsselstudie bis Woche 24 ein virologisches Therapieversagen
hatten. Eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Ibalizumab führt zu keiner Veränderung der Empfindlichkeit gegenüber anderen zugelassenen Mitteln und auch nicht zur Selektion von CD4-unabhängigen Virusisolaten.

Verträglichkeit

Die Verträglichkeit ist gut. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Ausschlag (9,2 %), Diarrhö (3,9 %), Schwindelgefühl (3,9 %), Kopfschmerzen (3,9 %), Übelkeit (3,9 %), Ermüdung (2,0 %) und Erbrechen (2,0 %). Exantheme treten in der Regel in den ersten 3 Wochen auf, sind meist mild und bilden sich spontan unter fortgesetzter Therapie innerhalb von 1-3 Wochen zurück.

Fazit: Ibalizumab ist ein wertvolles Medikament zur Behandlung von Patient*innen mit Multiresistenz und Therapieversagen. Nachteile sind die zweiwöchentlichen Infusionen und der hohe Preis, Vorteil ist die gute Verträglichkeit und fehlende Kreuzresistenz zu anderen Substanzen. Eine funktionelle Monotherapie sollte möglichst vermieden werden.


Die hier genannten Informationen wurden gewissenhaft erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben kann trotz aller Bemühungen NICHT übernommen werden!



DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Bakteriophagen

    12. Mai 2026: Delta G Avaris GmbH hat Produktionsstandort in Hannover weiter

  • Prostatakarzinom

    12. Mai 2026: Testosteron verbessert sexuelle und körperliche Funktion weiter

  • Harnwegsinfekt

    10. Mai 2026: Was ist besser? Fosfomycin, Nitrofurantoin, Pivmecillinam? weiter

  • Sexualmedizin

    08. Mai 2026: Sexuelle Erregung führt zu „Tunnelblick“ weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Long COVID

    07. Mai 2026: Vier Arzneimittel verordnungsfähig weiter

  • Depotpenicillin

    07. Mai 2026: Engpass bis Ende 2026, Ware aus dem Ausland vorhanden weiter

  • Hantavirus

    06. Mai 2026: ECDC schickt Experten an Bord weiter

  • Hygiene

    06. Mai 2026: Welche Maßnahmen schützen vor Krankenhausheimen? weiter

  • Sucht

    06. Mai 2026: Was treibt die problematische Internetnutzung? weiter

  • EUCAST

    05. Mai 2026: Warnung zur Testung von Amphotericin B weiter

  • EUCAST

    05. Mai 2026: Leitfaden Cephalosporine bei S. aureus aktualisiert weiter

  • Hantavirus

    05. Mai 2026: WHO Information und Fälle weiter

  • Haemophilus influenzae

    04. Mai 2026: Protrahierter Ausbruch in Hamburg weiter

  • Tuberkulose

    04. Mai 2026: Point-of-care Diagnose durch Abstrich weiter

  • MAIT: Symposium von Gilead Sciences

    01. Mai 2026: Risiko für Interaktionen verringern weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.