STI-Kongress in Berlin
DSTIG LogoSexuelle Gesundheit nur interdisziplinär zu erreichen

Mit mehr als  400 Besuchern war der STI-Kongress im Berliner Rathaus, der anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) veranstaltet wurde, ein Erfolg. Insgesamt 80 Referenten und 40 Posterautoren stellten an drei Tagen ihre neuesten Studien- und Forschungsergebnisse rund um das Thema STI (sexuell übertragbare Infektionen) und zu Aspekten der sexuellen Gesundheit vor.

Der Jubiläumskongress fand vom 14.-16. Juni 2012 im Roten Rathaus in Berlin statt. Wie wichtig der Fokus auf STI-Prävention ist, machen beispielsweise die kürzlich veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Institutes zu den Syphilis-Neuinfektionsraten deutlich: In den städtischen Hochburgen ist diese um fast ein Viertel angestiegen. Ein anderes Problem, was aktuell diskutiert wird, sind die zunehmend Verbreitung findenden hyperresistenten Gonorrhoe-Erreger (Gonokokken).

Eröffnungsveranstaltung des Jubiläumskongresses im Festsaal im Roten Rathaus, Berlin
Eröffnungsveranstaltung des Jubiläumskongresses im Festsaal im Roten Rathaus, Berlin

Prof. Petzoldt (Ehrenpräsident der DSTIG) diskutiert   mit der Referentin Dr. Potthoff (Dermatologische   und Venerologische Klinik der Ruhr-Universität). Die  Tagungspräsidenten Prof. Krieg (Universität Köln)   und Prof. Sterry (Charité Berlin) leiteten die Session
Prof. Petzoldt (Ehrenpräsident der DSTIG) diskutiert   mit der Referentin Dr. Potthoff (Dermatologische   und Venerologische Klinik der Ruhr-Universität). Die  Tagungspräsidenten Prof. Krieg (Universität Köln)   und Prof. Sterry (Charité Berlin) leiteten die Session

Die Diskussion auf dem Kongress zeigte, dass diesen Herausforderungen nur effektiv begegnet werden kann, wenn Behandler (Niedergelassene, Kliniker, öffentlicher Gesundheitsdienst) eng mit Beratungsstellen zusammenarbeiten und die Versorgung so niedrigschwellig und möglichst interdisziplinär angeboten wird, dass alle Personen Zugang zur Gesundheitsversorgung erhalten. „Wir müssen die Gesellschaft intensiv über STI informieren, dieses Thema aus der „Schmuddelecke“ holen und in Prävention und neue Behandlungsstrategien investieren“ sagt Professor Brockmeyer, Präsident der DSTIG.

Handlungsbedarf wurde deutlich

Auf dem Kongress wurde das gesamte Spektrum klinischer, therapeutischer und sozialwissenschaftlicher Fragestellungen rund um die sexuelle Gesundheit aufgearbeitet: Von der Vorstellung der neuen BZgA-Kampagne zu STI, über die Herausforderungen, die Antibiotika-resistenten STI-Erreger darzustellen, von sexualpädagogischen Themen wie beispielsweise  Optimierung der Arzt-Patienten Gespräche, das Bedürfnis nach STI-Screening Untersuchungen sowie der Dokumentation epidemiologisch relevanter Daten zu STI bis hin zur Forderung zur Vergütung von Beratungsgesprächen und STI-Vorsorgemaßnahmen. Verabschiedet und in kürze publiziert wird die auf dem Kongress diskutierte Behandlungsleitlinie zur Gonorrhoe, die aufgrund der zunehmenden Resistenzproblematik dringend erforderlich ist.

Junge Forscher auf den Pfaden der Leopoldina

Dass Forschertreffen auch anders funktionieren, hat das Leopoldina-Symposium in Berlin bewiesen, welches einen Tag vor dem STI-Kongress stattfand: Organisiert wurde das Treffen von der DSTIG, die bewusst den Akzent auf den Austausch zwischen Jung und Alt, Wissenschaft und Klinik setzte. Thema waren neue antimikrobielle Therapien und Regulationsmechanismen der Erregerabwehr. Die Tagungspräsidenten Professor Krieg, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln, und Professor Sterry, Dermatologische Klinik der Charité Berlin, lobten das weite Spektrum der Vorträge und die Reihe der nationalen und internationalen Experten. Das Symposium gab zugleich den Anstoß für die Gründung einer neuen „Wissenschafts-Sektion“ der DSTIG – hier werden zukünftig junge Wissenschaftler gemeinsam zu STI forschen und sich vernetzen.

Videoclips aller Vorträge des Leopoldina-Symposiums sowie Vorträge und Poster des STI-Kongresses können unter www.dstig.de/mediathek.html angesehen werden. Webseiten: www.dstig.de  und  www.leopoldina.org.

 



Ausgabe 3 - 2012Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Zoologie

    27. Oktober 2026: Wie schlafen Spinnen? weiter

  • HIV-Heilung

    26. Oktober 2026: Charite eröffnet Zentrum „BeCURE“ weiter

  • Vogelgrippe

    26. Oktober 2026: STIKO empfiehlt Impfung für Personen mit hohem Kontaktrisiko weiter

  • HIV-Infektion

    26. Oktober 2026: Defekte HIV-Proviren können Langzeit-Persistenz fördern weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Herpes

    25. Oktober 2026: Pritelivir (Hovilpri®) in USA zugelassen weiter

  • S. aureus

    25. Oktober 2026: ESCMID und ISAC schlagen neue Nomenklatur für MRSA vor weiter

  • Shamonda-Virus

    24. Oktober 2026: Erstmals ein Mensch infiziert weiter

  • Hepatitis B

    22. Oktober 2026: Bepirovirsen (Hibsago®) in USA zugelassen weiter

  • Antiretrovirale Therapie

    22. Oktober 2026: Erste Erfahrungen mit LEN/CAB-LA weiter

  • HIV-Infektion

    18. Oktober 2026: Blips sind häufiger unter Proteasehemmern weiter

  • MERS-CoV

    18. Oktober 2026: Acht Fälle in Saudi-Arabien weiter

  • West Nil Fieber

    18. Oktober 2026: Höchste Zahlen in Europa weiter

  • HPV

    18. Oktober 2026: Erster HPV-Atlas und sechs strategische Empfehlungen weiter

  • Hepatitis C

    10. Oktober 2026: Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret®) in der Muttermilch weiter

  • Epidemiologie

    06. Oktober 2026: Ausbrüche weltweit weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.