Stellungnahme der DAIG vom April 2015 (Auszüge)

daig_2_logo.jpg

Angesichts der überzeugenden Datenlage aus prospektiven, kontrollierten und randomisierten Studien vertritt die DAIG die Auffassung, dass die orale PrEP mit TDF/FTC für Zielpopulationen mit hoher HIV-Inzidenz (z.B. entsprechend den Einschlusskriterien der IPERGAY und PROUD Studie) auch in Deutschland ein weiterer Baustein der Präventionsarbeit sein kann.

Die DAIG hält es für sinnvoll, die PrEP mit TDF/FTC in Deutschland für Menschen mit hohen Risiko für eine HIV-Infektion als zusätzliche Präventionsoption verfügbar zu machen und sie als Bestandteil der Prävention zu implementieren und zu evaluieren.

Dazu sind aus Sicht der DAIG folgende Schritte erforderlich:

  1. Zulassung: Die Erweiterung der Zulassung von TDF/FTC für eine Anwendung als PrEP sollte vom Hersteller bei der Europäischen Zulassungsbehörde beantragt werden.1 Die Zulassung ist Voraussetzung für die Verfügbarkeit bzw. indikationsbezogene Verschreibung einer PrEP.
  2. Kosten: Alle Akteure im Gesundheitssystem sollten zu Lösungen beitragen, die den Zugang zur PrEP für diejenigen, die sie benötigen, ermöglichen. Der Preis von TDF/FTC stellt aktuell vielleicht eine der größten Hürden dar. Die DAIG appelliert daher an die Herstellerfirma, Kostenträger im Gesundheitssystem und Entscheidungsträger, einen Preis für TDF/FTC Preis zu vereinbaren, der der Akzeptanz und dem sinnvollen Einsatz einer PrEP nicht im Wege steht.
  3. Zielgruppe: Die DAIG ist der Auffassung, dass es sich bei der PrEP mit TDF/FTC um eine Maßnahme handelt, die nur bei Menschen mit hohem Infektionsrisiko und stets zusammen mit den klassischen Maßnahmen der Prävention sinnvoll sein kann. Zu diesem Personenkreis zählen z.B. Menschen, die in den vergangenen drei Monaten mehrfach ungeschützten Analverkehr mit verschiedenen Partnern hatten (siehe o.g. Studien). Neben einer präzisen Indikationsstellung muss eine intensive Aufklärung und Beratung erfolgen. Welche weiteren Gruppen mit hohem HIV-Infektionsrisiko von einer PrEP profitieren, wie diese Personen angesprochen und beraten werden können, wie die Kontrolluntersuchungen gewährleistet und welche Schutzeffekte erzielt werden können, sollte gezielt untersucht werden.
  4. Evidenzgesicherte Anwendung: Die PrEP erfordert eine kontinuierliche medizinische Begleitung und intensive Kontrolluntersuchungen. Um dies zu gewährleisten und um eine ungezielte Anwendung bei Personen ohne substantielles HIV-Risiko zu verhindern, sollte die PrEP von entsprechend qualifizierten und geschulten Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden. Die DAIG ist bereit, unter Mitwirkung weiterer, thematisch betroffener wissenschaftlicher Fachgesellschaften Leitlinien zur sachgerechten Indikationsstellung und Durchführung einer PrEP zu erarbeiten.
  5. PrEP als Teil der HIV-Prävention: Klassische und bewährte Präventionsmaßnahmen inklusive der Beratung über risikobehaftete sexuelle Praktiken und die Kondomnutzung stellen weiterhin die Basis der HIV-Prävention in Deutschland dar. Die PrEP kann diese allenfalls ergänzen.

Ausgabe 2 - 2015Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Hepatitis B

    22. Oktober 2026: Bepirovirsen (Hibsago®) in USA zugelassen weiter

  • Antiretrovirale Therapie

    22. Oktober 2026: Erste Erfahrungen mit LEN/CAB-LA weiter

  • HIV-Infektion

    18. Oktober 2026: Blips sind häufiger unter Proteasehemmern weiter

  • MERS-CoV

    18. Oktober 2026: Acht Fälle in Saudi-Arabien weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • West Nil Fieber

    18. Oktober 2026: Höchste Zahlen in Europa weiter

  • HPV

    18. Oktober 2026: Erster HPV-Atlas und sechs strategische Empfehlungen weiter

  • Epidemiologie

    06. Oktober 2026: Ausbrüche weltweit weiter

  • Tungiasis

    05. Oktober 2026: Verlust von 575.000 gesunden Lebensjahre pro Jahr weltweit weiter

  • COVID-19

    05. Oktober 2026: Immunität schützt auch vor anderen Fledermaus-Coronaviren weiter

  • Q-Fieber

    05. Oktober 2026: Ausbruch in Baden-Württemberg weiter

  • Antimikrobielle Resistenz

    04. Oktober 2026: Phagenimmunität kann Resistenz beschleunigen weiter

  • Sindbis-Virus-Infektion

    04. Oktober 2026: Erstnachweis einer autochthonen Infektion in Deutschland weiter

  • Salmonella Strathcona

    04. Oktober 2026: Hohe Fallzahlen in der Saison 2025/2026 weiter

  • HIV-Forschung

    04. Oktober 2026: Meilensteine der HIV-Behandlung weiter

  • AlphaRegio

    04. Oktober 2026: Infektiologie im Fokus weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.