Deutsche Aids-stiftung
Deutsche AIDS-StiftungSüdafrika: Leben mit HIV zwischen Solidarität und Diskriminierung

Seit 2004 arbeitet die Deutsche AIDS-Stiftung mit HOPE Cape Town zusammen. Die gemeinnützige Organisation wurde 2001 von dem deutschen Pfarrer Stefan Hippler gegründet. HOPE Cape Town betreut HIV-positive Kinder im Tygerberg Krankenhaus in Kapstadt und berät und unterstützt außerdem Familienangehörige, die die Kinder begleiten. Die meisten kommen aus den Townships rund um Kapstadt und leben in extremer Armut.

Die zwölfjährige Zusiphe* und ihre Mutter Edna* leben in einem dieser Townships. Edna wurde durch ihren Ex-Mann mit HIV infiziert. Zusiphe ist seit ihrer Geburt HIV-positiv. Vor zwei Jahren wurde sie zum ersten Mal auf die Kinderstation G7 des Tygerberg Krankenhauses eingewiesen, da sie schwer erkrankt war. Die Mitarbeiterinnen von HOPE Cape Town wurden damals auf die Situation von Edna und Zusiphe aufmerksam.

Zusiphe im Krankenzimmer auf der Kinder-station G7 im Tygerberg Krankenhaus
Zusiphe im Krankenzimmer auf der Kinder-station G7 im Tygerberg Krankenhaus
©DAS

Zusiphe musste in den zwei kommenden Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Erst nach einigen Gesprächen mit Mutter und Tochter erfuhren die HOPE-Mitarbeiterinnen, dass Edna ihrer Tochter die HIV-Medikamente nicht regelmäßig verabreicht hatte. Sie klärten Edna auf, wie wichtig die regelmäßige Einnahme für den Therapieerfolg ist. Zusiphe blieb daraufhin zwei Monate im Krankenhaus und wurde erneut auf die Medikamente eingestellt.

Kündigung nach Outing am Arbeitsplatz

In den Gesprächen erzählte Edna ebenfalls, warum ihr die Kraft fehlte, Zusiphe regelmäßig mit den Medikamenten zu versorgen. Alles begann damit, dass Edna ihren Arbeitgeber über ihre HIV-Infektion informierte. Kurz darauf verlor sie ihre Arbeit als Reinigungskraft, die sie bereits acht Jahre ausübte. Offiziell kündigte man ihr wegen der vielen Fehlzeiten, die entstanden, da sie sich um ihr krankes Kind kümmern musste. Edna ging gerichtlich ohne Erfolg gegen die Kündigung vor. Bis heute hat sie noch keine neue Arbeit gefunden. Mutter und Tochter leben seitdem von Sozialhilfe und Kindergeld. Das Geld reicht nie bis zum Monatsende. So sind sie auch auf Lebensmittelspenden angewiesen, beispielsweise durch HOPE und eine Selbsthilfegruppe. Von HOPE erhalten Edna und Zusiphe ebenfalls Kleidung, Hygieneartikel und Spielzeug.

Der Verlust der Arbeit hat Edna sehr deprimiert und verunsichert. Sie glaubt, dass jeder von Zusiphes und ihrer HIV-Infektion weiß und fühlt sich oft ausgegrenzt. Schließlich zog sie sich von ihren Freundinnen und Freunden zurück, vernachlässigte sich und nahm ebenfalls – wie Zusiphe – ihre Medikamente nicht mehr regelmäßig ein. Darüber wurden Mutter und Tochter erneut krank.

Gespräche und Begleitung geben neuen Mut

Während ihres Klinikaufenthalts erfuhren die Mitarbeiterinnen von HOPE, wie lange Edna die Therapie für sich und Zusiphe abgesetzt hatte. Noch während des Aufenthalts im Krankenhaus kam die HOPE-Mitarbeiterin aus einer nahen Township-Klinik täglich zu Besuch. Sie stellte sicher, dass Mutter und Tochter die Medikamente regelmäßig einnahmen. Seit der Rückkehr in ihre Wohnung kommen die Gesundheitsarbeiterinnen von HOPE regelmäßig vorbei und lassen Edna und Zusiphe nicht allein. Sie vermittelten Edna auch an eine Selbsthilfegruppe HIV-positiver Menschen, mit denen sie über ihre Probleme sprechen und sich austauschen kann.

Zusiphe wird weiterhin von den Ärzten im Tygerberg Krankenhaus betreut. Sie und ihre Mutter nehmen die Termine nun regelmäßig wahr. Obwohl Edna noch keine neue Arbeit gefunden hat, konnte sie dank der Betreuung durch HOPE und ihrer neuen Freundinnen aus der Selbsthilfegruppe neuen Mut fassen. Edna und Zusiphe sind sich mit den Mitarbeiterinnen von HOPE einig: Kein HIV-positiver Mensch sollte allein bleiben und zurückgelassen werden!

* Alle Namen wurden zum Schutz der Personen geändert.


Bitte unterstützen Sie uns, damit wir auch in Zukunft bedürftigen Menschen mit HIV und AIDS helfen können:

Sparkasse KölnBonn

IBAN: DE85370501980008004004

BIC: COLSDE33


Ausgabe 1 - 2017Back

DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Nahrungsergänzungsmittel und mehr:

    30. Juni 2026: Die Relevanz von Interaktionen mit der antiretroviralen Therapie weiter

  • Immunschwäche

    02. Juli 2026: ZNS-Lymphome weiter

  • HTLV-1/HIV

    02. Juli 2026: Transmissionsrisiko von HTLV-1 beim Stillen erhöht weiter

  • Phagentherapie

    28. Juni 2026: 15 Millionen Förderung für klinisches Projekt REPhRAME weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • HIV-Infektion

    28. Juni 2026: Epidemiologische Entwicklung 2025 weiter

  • Hepatitis C

    24. Juni 2026: Glecaprevir/Pibrentasvir(Maviret® ) für akute Hepatitis C zugelassen weiter

  • Gesellschaft

    24. Juni 2026: Popsongs in Deutschland und USA immer selbstbezogener weiter

  • Malaria

    23. Juni 2026: Malaria-Einzeldosistherapie – Studien am Start weiter

  • HIV-Infektion

    23. Juni 2026: Erste Lungentransplantation HIV-zu-HIV weiter

  • Post Covid- Syndrom

    22. Juni 2026: Immunadsorption in kontrollierter Studie ohne Effekt weiter

  • Blutstrominfektion

    21. Juni 2026: Ergebnisse von SNAP publiziert weiter

  • Chikungunya

    21. Juni 2026: Ixchiq® nur noch für Personen mit hohem Infektionsrisiko weiter

  • Invasive Mykose

    21. Juni 2026: Olorofim gleichauf mit Ampho B weiter

  • Influenza

    16. Juni 2026: Neuer mRNA-Impfstoff hat breiteres Wirkspektrum weiter

  • HIV-Therapie

    16. Juni 2026: Neuer INSTI mit verbessertem Resistenzprofil weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.