Besondere Herausforderung in Zeiten Von Corona
DREAM-Gesundheitszentren in Mosambik

Nachdem sich die Gesundheitssysteme in aller Welt in den letzten Monaten auf SARS-CoV-2 konzentriert haben, schlagen Gesundheitsexperten zunehmend Alarm: Es gibt Krankheiten wie HIV, Malaria, Masern und Tuberkulose, an denen gerade in Afrika tausende Menschen zusätzlich sterben könnten. Wenn jetzt nicht mehr gegen Masern geimpft wird oder Medikamente gegen Malaria verteilt werden, breiten sich diese wieder stärker aus. UNAIDS befürchtet, dass HIV-Medikamente knapp werden.

Für eine erfolgreiche HIV-Therapie ist es essentiell, dass HIV-positive Patientinnen und Patienten ihre Medikamente regelmäßig erhalten. Unterbricht die Versorgung, kann sich das HI-Virus sofort wieder im Körper vermehren.

Links  Am Eingang zu den DREAM-Zentren wird die Temperatur gemessen und die Hände desinfiziert  Mitte  Schutzmasken gehören nun für das Personal zum Alltag   Rechts  Die Nähschule hat weiterhin geöffnet
Links Am Eingang zu den DREAM-Zentren wird die Temperatur gemessen und die Hände desinfiziert Mitte Schutzmasken gehören nun für das Personal zum Alltag Rechts Die Nähschule hat weiterhin geöffnet
linkes+rechtes Foto: © DREAM
mitte © Tomas Rodriguez

In den von der Deutschen AIDS-Stiftung geförderten DREAM-Gesundheitszentren in Mosambik ist die Versorgung mit HIV-Medikamenten noch gesichert. Die Verantwortlichen bei DREAM arbeiten seit den SARS-CoV-2-Kontaktbeschränkungen daran, die Anzahl der notwendigen Patienten-Besuche in den Behandlungszentren zu reduzieren. Statt einmal monatlich erhalten die Patientinnen und Patienten nun ihre HIV-Medikamente für mehrere Monate mit nach Hause. Wichtig ist jedoch, zumindest vierteljährlich die Zahl der Helferzellen und die Viruslast zu messen. Um zu verhindern, dass das Immunsystem der HIV-Patienten weiter geschwächt wird, sind zudem zusätzliche Kontrolluntersuchungen notwendig, etwa regelmäßige Checks auf Tuberkulose, Hepatitis und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Aber auch Krebsfrüherkennung und Impfungen werden durchgeführt.

Auch die Betreuung der HIV-positiven Mütter und ihrer Babys geht weiter. Nur 280 € werden benötigt, um eine Mutter und ihr Baby 18 Monate medizinisch und mit Lebensmittelhilfen zu versorgen. Um die übliche medizinische Hilfe zu leisten und gleichzeitig die Corona-Pandemie einzudämmen, sind Ärztinnen und Ärzte, Kranken- und Pflegepersonal sowie die Aktivistinnen bei DREAM besonders gefordert. Denn neben ihrer täglichen Arbeit machen sie die Menschen mit den neuen Hygieneschutz- und Kontaktregeln vertraut. Das ist besonders herausfordernd, weil viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben und es kaum möglich ist, Kontakte zu vermeiden und Abstand zu halten – insbesondere in den Townships.

DREAM entwickelt deshalb auch Abläufe, um im Falle steigender Corona-Fallzahlen symptomatische Patienten schnell isolieren und versorgen zu können. Zudem rüstet es seine Labore für die Diagnostik von SARS-CoV-2 auf. So können diese Tests künftig bereits vor Ort ausgewertet und Infektionen schnell identifiziert werden. Aktuell ist der Bedarf an Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Seife, Infrarot-Thermometern, Augenschutz und verschiedenen Atemschutzmasken groß.

DREAM-Nähschule produziert Alltagsmasken

Auch andere DREAM-Projekte reagieren auf die Corona-Lage: Im DREAM-Gesundheitszentrum in Matola, Mosambik, werden in der Nähschule für junge Frauen und Mädchen jetzt Alltagsmasken produziert, insgesamt 15 Näherinnen sind täglich am Werk. „Die Produktion boomt regelrecht“, freut sich Aktivistin Emilia, die die Nähwerkstatt leitet.

Die große Nachfrage motiviert die Frauen besonders. Täglich nehmen sie Aufträge für Masken, aber auch für Kleidung und Taschen entgegen. Modelle und Formen entwickeln sie gemeinsam und entscheiden daraufhin, welche Stoffe sie einkaufen. Das Besondere ist, dass DREAM den Frauen mit der Arbeit einen Weg aus Armut und Prostitution ermöglicht. „Bei uns erhalten sie einen Arbeitsvertrag und werden sozialversichert“, erklärt Emilia. Es ist ein erster Schritt, der Sicherheit gibt. Und nur so kann es gelingen, dass sich die Frauen auch langfristig für Jobs in größeren Betrieben qualifizieren.


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