5 Jahre VOB e.V. – ein Grund zum Feiern?

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Das war kein Scherz: am 01. April 2017 schlossen sich Geschädigte des Blutskandals und Angehörige zu einem Verein zusammen – der Name treffend: “Verband der Opfer des Blutskandals e.V.“ (VOB).

Warum das nötig war, erklärt Jürgen Möller-Nehring, Mitgründer und langjähriger Vorsitzender des VOB e.V.: „Wir fühlten uns von den großen Hämophilie-Verbänden nicht mehr gut vertreten und wollten außerdem das Augenmerk auf die zahlreichen nicht-hämophilen Opfer des Blutskandals lenken. Wir fanden es zudem höchst ungerecht, dass bei den humanitären Zahlungen noch zwischen HIV-Infektion und Vollbild AIDS unterschieden wird. Außerdem erhalten die vielen Hepatitis-C Erkrankten weder Beachtung noch Unterstützung. Es brauchte eine schlagkräftige Lobby-Organisation für diese Menschen und unser wichtigstes Ziel war und ist eine nachhaltige Anpassung des HIV-Hilfegesetzes.“

  In den 80er- und 90er-Jahren infizierten sich Tausende Menschen (ca. 65% davon Bluter) durch verseuchtes Blut und Blutpräparate mit HIV und/oder Hepatitis C.

Wie eine Familie: Vorstände und Mitglieder des VOB e.V.
Wie eine Familie: Vorstände und Mitglieder des VOB e.V.

Gezielt sorgte der VOB e.V. für gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit und verzeichnete mit einer ersten errungenen Gesetzesnovelle einen Etappensieg. Immerhin werden die bisher befristeten Hilfszahlungen, mit denen über 80%(!) der Betroffenen ihren Lebensunterhalt bestreiten, nun lebenslang gezahlt. Für
Jürgen Möller-Nehring und seine Mitstreiter:innen jedoch kein Grund für Euphorie: „Bis 2017 verloren die Stiftungszahlungen inflationsbedingt 35% an Kaufkraft. Die Gesetzesnovelle sah aber keinen rückwirkenden Ausgleich vor! Nun steigen mit dem Alter und als Folge der Langzeitinfektionen die Bedarfe unserer Mitglieder dramatisch, sei es für Zusatztherapien, Hilfsmittel oder psychotherapeutische Begleitung. Das ist oft ein zäher Kampf mit den Krankenkassen und für unsere Mitglieder ohne Unterstützung nahezu unerschwinglich.“.

Das HIV-Hilfegesetz (HIVHG) von 1995 regelt die Zahlungen der „Stiftung Humanitäre Hilfe für durch Blut und Blutprodukte HIV-infizierte Personen“. 2019 wurde es erstmals novelliert (Kopplung der Bezüge an Rentenentwicklung) und seitdem ist der Bund alleiniger Zahler.

Noch Leben

Trotzdem sehen die Mitglieder des VOB e.V. optimistisch in die Zukunft. „In den fünf Jahren unseres Bestehens konnten wir viele wichtige Kontakte knüpfen und unseren Verein als authentische Interessenvertretung etablieren. Mithilfe guter Verbindungen in die Politik und vor allem in den Gesundheitsausschuss sind wir guter Dinge, bald eine substanzielle Verbesserung für die überlebenden Opfer des Blutskandals zu erreichen.“, berichtet der Vorsitzende des VOB e.V., Michael Diederich. Feiert der VOB also doch noch seinen Geburtstag? Bei den Skype-Treffen der Verbandsmitglieder jedenfalls wird auch gescherzt und gelacht, man kennt sich, ist vertraut miteinander. „Wenn im Herbst unser Ernährungsseminar in Präsenz stattfindet, werden wir sicher auf den fünften Geburtstag des VOB anstoßen.“, so Michael Diederich vorfreudig.

Für mehr Infos zur Lebens-situation der Betroffenen: www.bit.ly/prognosstudie

Und dann geht er weiter, der Kampf für ein Altwerden in Würde der im Vertrauen auf sichere Blutprodukte schwer geschädigten Menschen.

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