PlusUkrainDer Verein der positiven Ukrainer in Deutschland „PlusUkrDe e.V.“

Am 11. August 2022 wurde der Verein der HIV-positiven Ukrainer*innen in Deutschland „PlusUkrDe e.V.“ gegründet mit dem Ziel HIV-positive Ukrainer*innen, Mitglieder der LGBTQI*-Gemeinschaft, Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind, Drogenkonsument*innen sowie alle durch HIV gefährdeten Gruppen und ihre Angehörigen zu unterstützen.

Zu Beginn des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine standen wir Menschen mit HIV, die nach Deutschland gekommen waren, mit unseren Problemen allein da. Wir lernten, wie wir Lösungen für unsere Probleme suchen und finden können, und begannen, unsere Erfahrungen aktiv mit anderen positiven Ukrainern in Deutschland zu teilen. Die Mobilisierung der HIV-Gemeinschaft ermöglichte es den Fachleuten von PlusUkrDe, zusammenzukommen. Wir, das sind PLHIV aus verschiedenen medizinischen und sozialen Bereichen des Lebens in der Ukraine.

© PlusUkrDe© PlusUkrDe

Unsere Mission: Bürgerschaftliches Engagement für ein gutes und erfülltes Leben von Ukrainern mit HIV in Deutschland.

Unser Motto: Indem wir anderen helfen, helfen wir uns selbst!

Unsere Aufgabe: Förderung und Schaffung eines barrierefreien Zugangs zu Behandlung und Dienstleistungen für HIV-positive Ukrainer in Deutschland.

Unsere Aktivitäten

  • Arbeit mit der allgemeinen Bevölkerung mit HIV, der LGBT-Gemeinschaft, Drogenabhängigen, Jugendlichen und Frauen.
  • Unterstützung von HIV-positiven Ukrainern in allen Phasen der Integration und bei der medizinischen Versorgung und Beratung, einschließlich des Zugangs zur ARV-Therapie.
  • Patientenschule; Camps für junge Menschen; Schulungen; Einkehrtage; Veranstaltungen und Aktivitäten.
  • Psychologische Unterstützung und Beratung.
  • Rechtliche Unterstützung und Peer-Beratung.
  • Hilfe bei der Vermittlung/Erhalt gezielter humanitärer Hilfe.
  • Leitung von Selbsthilfegruppen.
  • Organisation von Veranstaltungen zur Anpassung, Integration und Kommunikation von Ukrainern in Deutschland.
  • Fruchtbare Zusammenarbeit mit kommunalen Organisationen in Deutschland bei der Organisation gemeinsamer Veranstaltungen und Advocacy-Kampagnen. (BerLUN, BeKAM)
  • Geschlossener Telegram-Chat für Kommunikation, Unterstützung und Informationsaustausch unter HIV-positiven Ukrainern in Deutschland.

Unsere Partner in Deutschland

Berliner Aidshilfe, Deutsche Aidshilfe, BerLUN, Bekam etc.

Unsere Ansprechpartner

Telefon: 0170 353 96 72

E-Mail: plus.ukr.de@gmail.com

Facebook @HIVUkrainianGermany

Link zur FB-Seite der Organisation

https://www.facebook.com/HIVUkranianGermany

Informationen und Kontakte finden Sie bei der Ukraine-Hilfe Berlin e.V.

https://www.ukraine-hilfe-berlin.de/біженців-у-німеччині/

Menschen in der Ukraine und anderswo schreiben über uns.

https://18000.com.ua/strichka-novin/zadlya-poryatunku-yak-cherkashhanka-shukaye-ta-obyednuye-vil-infikovanix-ukrayinciv-u-berlini/?fbclid=IwAR04BVrhDJxOD7bby-BMnKIQ6zlyks7db0EOXAgL8LjLyTP-b8TWqRmXG4s)18000.com.ua (http://18000.com.ua/)

https://www.siegessaeule.de/magazin/verein-fur-hiv-positive-ukrainerinnen-gegrundet/?fbclid=IwAR16kOwD96nOVnEoE9NRM4O87TdMKPVFqruWPiIrpgvvnBYWQv_YQVUz6ZI

Informationen und Kontakte finden Sie bei der Ukraine-Hilfe Berlin e.V.: https://www.ukraine-hilfe-berlin.de/біженців-у-німеччині/

Links zu Materialien

https://helpnow.aph.org.ua/wp-content/uploads/2022/07/dodatkova-vyplata.pdf?fbclid=IwAR04hYLvqM7W1Jdui6iboN7CdkxmACnmMD72gPz1ADdZYKVhz3GzQNuLZhg

https://ecuo.org/wp-content/uploads/ seiten/8/2022/ 06/PlusUkrDe.pdf




Interview mit dem Gründer von Volodymyr Zhovtyak, BerlinSelbsthilfe von und für Ukrainer*innen

Volodymyr Zhovtyak Berlin

Volodymyr Zhovtyak
Berlin
E-Mail: vladimir@ecuo.org

Link zur Wikipedia-Seite:
https://en.wikipedia.org/
wiki/Volodymyr_Zhovtyak


Welche besonderen Probleme haben Menschen mit HIV, die aus der Ukraine geflüchtet sind?

Zhovtyak: Die Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, befinden sich zuerst in einer Art Schock. Sie haben ihre Heimat, ihre gewohnte Umgebung, ihre Angehörigen verlassen, ihren Besitz zurückgelassen. Sie kommen mit mehr oder weniger nichts hier an, in ein fremdes Land, dessen Sprache und System sie nicht kennen. Viele sind traumatisiert, haben Gewalt gesehen oder selbst Gewalt erfahren, vielleicht sogar Angehörige in diesem Krieg verloren.

Hier angekommen, empfindet man zuerst Erleichterung, aber dann kommen auch die seelischen Verletzungen nach oben, es können posttraumatische Belastungsstörungen entstehen, vermehre Aggressionsausbrüche, ein höherer Suchtdruck usw. und schließlich auch die Frage, wie geht es weiter mit meiner HIV-Infektion?

Welche Fragen stehen bei HIV im Vordergrund?

Zhovtyak: Die erste Frage ist: Wie komme ich an meine Medikamente? Die meisten Menschen mit HIV aus der Ukraine sind mit Medikamenten gut eingestellt, aber sie müssen auch weiter eingenommen werden. Es gibt den Zugang zur Krankenversicherung und damit zur Gesundheitsversorgung, aber der Weg dahin ist – salopp gesagt – mit Formularen gepflastert. Die Menschen verstehen die Sprache nicht und wissen nicht, wie das System funktioniert. Hier setzt die Hilfe von unserem Verein ein.

Was ist mit den Suchtkranken?

Zhovtyak:Suchtkranke haben es besonders schwer. Zum einen ist der Suchtdruck aufgrund der Stresssituation hoch, so dass auf der Straße illegale Substanzen gekauft werden. Zum anderen dauert es lange, bis die Papiere für eine Substitution zusammen sind. Hier bräuchten wir einfache und schnelle Lösungen, die es aber momentan leider nicht gibt.

In der Praxis sehen wir die Menschen, wenn der Versicherungsstatus geklärt ist. Leider ist die Sprachbarriere hoch. Wir wissen nur wenig über die Probleme der Menschen mit HIV in der Ukraine.

Zhovtyak: Ich lebe seit 30 Jahren mit HIV und habe die ganze Entwicklung selbst miterlebt. In den 90er Jahre war die Diskriminierung sehr groß. HIV-Positive sind aus Angst entdeckt zu werden, zur Behandlung in eine andere Stadt gefahren. Mittlerweile ist die Stigmatisierung und Diskriminierung weniger geworden, aber es gibt sie noch in der Arbeit, in der Nachbarschaft usw. Offen mit HIV leben ist auch in der Ukraine keine Selbstverständlichkeit.

Im Sommer letzten Jahres haben Sie den Verein „PlusUkrDe e.V.“ gegründet. Was war der Ausgangspunkt?

Zhovtyak:Ich habe bereits zuhause in der Ukraine Erfahrungen mit Selbsthilfe gesammelt und habe dort bereits einige Organisationen gegründet. Als ich nach Deutschland kam, habe ich gemerkt, ich bin hier nicht allein. Viele Menschen mit HIV brauchen Hilfe und viele ehemaligen Kolleg*innen sind auch in Deutschland gelandet. Also haben wir uns zusammen getan und zunächst über persönliche Kontakte und Chatgruppen Hilfe angeboten: Wie beantrage ich die Krankenversicherung? Was mache ich im Job Center? Andere Organisationen haben uns geholfen, unsere Organisation formal ans deutsche System anzupassen und so haben wir dann den Verein
gegründet.

Was haben Sie bisher erreicht?

Zhovtyak: In diesen ersten Monaten haben wir mehr als 30 HIV-positive Ukrainer*innen, Freiwillige und Aktivist*innen zusammengebracht und bisher über 200 HIV-positive Ukrainer*innen in Deutschland unterstützt.

Aktuell ist Ihr Verein nur in Berlin aktiv. Möchten Sie das auf weitere Städte ausdehnen?

Zhovtyak: Das ist so nicht ganz richtig. Über unsere Telegramm- und Facebook-Seite erreichen wir Menschen in ganz Deutschland. Vor Ort haben wir allerdings derzeit nur eine Zweigstelle in Berlin. In naher Zukunft möchten wir aber eine Zweigstelle in Frankfurt eröffnen.

Und was ist noch geplant?

Zhovtyak: Wir bereiten derzeit Broschüren mit Informationen für ukrainische HIV-Positive und Teilnehmer*innen von Substitutionsprogrammen vor, die wir in Flüchtlingslagern, in der Praxis für Infektionskrankheiten und in der Praxis für Drogensubstitutionstherapie verteilen wollen.

Vielen Dank für das Gespräch



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