MERIT: Maraviroc bei R5-tropen Viren nicht unterlegen

Der CCR5-Antagonist Maraviroc war dem NNRTI Efavirenz in der Studie MERIT bei therapienaiven Patienten unterlegen. Werden nur die Patienten mit R5-tropen Viren bei Studienbeginn berücksichtigt, sieht das Bild anders aus.

In MERIT war Maraviroc dem NNRTI Efavirenz nach 48 Wochen im Hinblick auf den Anteil der Patienten mit einer Viruslast <50 Kopien/ml Efavirenz unterlegen gewesen (Saag et al, IAS 2007). 43 Patienten unter Maraviroc und 15 Patienten unter Efavirenz hatten wegen Unwirksamkeit die Studie abgebrochen. Bei der Analyse der Gründe für das Therapieversagen unter Maraviroc BID kamen vor allem drei Gründe zum Vorschein:

  1. Tropismusshift zwischen Screening und Baseline
  2. Tropismusshift unter der Therapie
  3. mangelnde Compliance.

Tropismusshift

Zum Shift zwischen Screening und Baseline war es insgesamt bei 25 (3,8%) der Patienten gekommen. Bei ihnen war der Therapieerfolg insbesondere unter Maraviroc schlechter. Rechnet man diese Patienten aus der Studie heraus, d.h. man berücksichtigt nur die Patienten mit R5-Virus zu Baseline, ist Maraviroc nach 48 Wochen Efavirenz nicht unterlegen.

Resistenz sehr selten

Bei 10/32 (31,3%) der Patienten kam es zwischen Therapiebeginn und Versagen zum Tropismusshift von R5 zu D/M. 22 Patienten versagten mit R5-Virus. Bei 12/22 davon liegen Angaben zur Resistenz-Situation und zu den Maraviroc-Spiegeln vor. Bei fünf Patienten wurden keine ausreichenden Maraviroc-Spiegel gemessen, d.h. es gab Compliance-Probleme. Bei weiteren fünf lagen Resistenzen gegen NRTI vor. Lediglich bei 2/12 Versagern wurden keinerlei Resistenzen bei ausreichender Einnahme von Maraviroc nachgewiesen.

Der Resistenzmechanismus in diesen beiden Fällen ist noch unklar.


CROI 2008 40LB Heera J et al .


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