HIV und Krebserkrankungen

San Francisco, 17. 2. 2010

HIV-Infizierte haben ein höheres Risiko an Nicht-AIDS-definierenden Tumoren zu erkranken, insbesondere an Analcarcinomen, Hodgkin-Lymphomen sowie Leber- und Lungenkrebs. Bei Lungenkrebs ist das Rauchen als Risikofaktor jedoch deutlich wichtiger als die HIV-Infektion.

Im Kaiser Permanente-Register  (Datenpool einer Krankenversicherung) wurden die Daten von 20.227 HIV-Infizierten mit denen von 202.313 HIV-negativen Kontrollen gleichen Geschlechts und gleichen Alters verglichen.  Die häufigsten Tumore bei HIV-Positiven waren Analkrebs, Prostata- und Lungencarcinome, Melanome, Hodgkin-Lymphome sowie HNO- und kolorektale Tumoren.

Nach Adjustierung für verschiedene Risikofaktoren (z.B. Alkohol, Hepatitis, Rauchen usw.)  blieb das Risiko der HIV-Positiven für Anal – und Lungenkrebs, Mund und Halstumoren sowie Hodgkin-Lymphomen erhöht. Die Viruslast spielte dabei keine Rolle, wohl aber der Immunstatus. Insbesondere HIV-Positive mit CD4-Zellen <200/µl hatten ein signifikant höheres Risiko für Analcarcinome, Lungenkrebs und HNO-Tumore. Das Risiko für Analkrebs war bei >500 CD4-Zellen/ml 34fach, bei <200/ml 164fach erhöht.

Lungenkrebs

Das Risiko für pulmonale Carciome wurde anhand der Daten der VACS (Veterans Administratin Aging Cohort Study) untersucht. Der Vergleich von 3.707 HIV-Positiven (98% Männer)  und 9.980 Kontrollen über acht Jahre ergab eine fast doppelt so hohe Indizienz bei den HIV-Infizierten (0,26 vs. 0, 16 pro 100 Personenjahre).  Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen bestanden auch hinsichtlich Rauchen (32% vs. 28%) und Alkholabusus (16% vs. 10%).  Nach Adjustierung für diese Risikofaktoren verdoppelte HIV nahezu das Risiko für Lungenkrebs, dennoch war Rauchen immer noch der bei weitem gravierendste Risikofaktor. Tägliches Rauchen verzehnfachte das Lungenkrebsrisiko und selbst gelegentliches Rauchen verdreifachte es noch.

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