Verlauf von MPOX bei fortgeschrittener HIV-Infektion

Seattle, 21.02.2023

Weltweit wurden mehr als 86.000 MPOX-Fälle 110 registriert. Meist waren MSM betroffen, 96 Menschen sind daran gestorben.

Nun wurden die Daten von 382 an MPOX erkrankten HIV-Positiven aus 19 Ländern mit einer CD4-Zahl <350/µl ausgewertet. Ein Drittel hatte eine CD4-Zahl zwischen 300 und 200/µl, ein Viertel zwischen 100 und 200/µl und 20% <100/µl. 90% der Erkrankten wußten von ihrer HIV-Diagnose, aber nur 60% waren behandelt und nur die Hälfte davon war supprimiert. (7%) Personen waren geimpft.

Hinsichtlich des Verlaufs läßt sich grob feststellen: Je fortgeschrittener der Immundefekt, umso schwerer der Krankheitsverlauf. Klinisch fanden sich bei 25% schwere nekrotisierende Hautläsionen, teils konfluierend und auch weit entfernt von der Eintrittsstelle des Virus, was auf eine septische Ausbreitung schließen läßt. Insgesamt bei 9% (bei CD4 <100 bei 29% ) kam es zur Organbeteiligung. In der Lunge entwickelten sich charakteristische t 5-20 mm große perivaskuläre Knötchen, 3% hatten neurologische Manifestationen und 5% eine Augenbeteiligung. Bei einem Viertel entwickelten sich zusätzlich sekundäre bakterielle Infektionen.

30% der Patienten wurden stationär aufgenommen, 9% brauchten intensivmedizinische Betreuung, aber nur 16% erhielten Tecovirimat.

Bei der Mortalität zeigte sich der gleiche Trend. 27 Menschen (7%) starben. Alle Verstorbenen hatten CD4-Zellen <200/µl. In der Gruppe 200-100µl CD4-Zellen starken 15%, in der Gruppe <100/µl 27%. Die CD4-Zahl dieser Menschen lag im Schnitt bei 35/µl und nur 7% waren supprimiert, während 30% eine hohe HI-Viruslast aufwiesen.

Bei 85 Patienten wurde erstmals eine ART eingeleitet, im Schnitt 21 Tage nach Beginn der MPOX-Erkrankung. Bei einem Viertel kam es 14 Tage später zum IRIS und die Hälfte dieser Menschen verstarb. Ob eine früherer oder späterer ART-Beginn hier vorteilhafter gewesen wäre, kann man kaut Chloe Orkin, London, nicht sagen. Fest stehe jedoch, dass neben dem fortgeschrittenen Immundefekt auch eine hohe Virämie ein wichtiger negativer Prädiktor ist.

Orkin plädierte dafür, MPOX aufgrund des schweren Verlaufs bei fortgeschrittenem Immundefekt als Aids-definierende Infektion zu klassifizieren und empfahl weiterhin die zweimalige Pockenimpfung.



DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • COVID-19

    21. Mai 2026: Ensitrelvir reduziert COVID-Risiko weiter

  • STI

    21. Mai 2026: Steiler Anstieg in Europa weiter

  • Lassa

    18. Mai 2026: Erste klinische Studie mit Favipiravir weiter

  • Bakteriophagen

    12. Mai 2026: Delta G Avaris GmbH hat Produktionsstandort in Hannover weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Prostatakarzinom

    12. Mai 2026: Testosteron verbessert sexuelle und körperliche Funktion weiter

  • Harnwegsinfekt

    10. Mai 2026: Was ist besser? Fosfomycin, Nitrofurantoin, Pivmecillinam? weiter

  • Sexualmedizin

    08. Mai 2026: Sexuelle Erregung führt zu „Tunnelblick“ weiter

  • Long COVID

    07. Mai 2026: Vier Arzneimittel verordnungsfähig weiter

  • Depotpenicillin

    07. Mai 2026: Engpass bis Ende 2026, Ware aus dem Ausland vorhanden weiter

  • Hantavirus

    06. Mai 2026: ECDC schickt Experten an Bord weiter

  • Hygiene

    06. Mai 2026: Welche Maßnahmen schützen vor Krankenhausheimen? weiter

  • Sucht

    06. Mai 2026: Was treibt die problematische Internetnutzung? weiter

  • EUCAST

    05. Mai 2026: Warnung zur Testung von Amphotericin B weiter

  • EUCAST

    05. Mai 2026: Leitfaden Cephalosporine bei S. aureus aktualisiert weiter

  • Hantavirus

    05. Mai 2026: WHO Information und Fälle weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.