IL28B Polymorphismus

Wien, 17. 4. 2010

Die Bedeutung des IL28B-Polymorphismuswurde von vielen Arbeiten bestätigt. Aber es gab auch Kontroversen.

Der günstige Einfluss des CC-Genotyps beim IL28B-Polymorphismus auf die Ausheilung einer Hepatitis C beim Genotyp 1 wurde von vielen Arbeitsgruppen bestätigt. Beim HCV-Genotyp 2/3 scheint das Gen allerdings eine deutlich geringere Rolle zu spielen als beim Genotyp 1. In einer Untersuchung an 217 Weißen mit GT 2/3 war die CC-Konstellation insbesondere beim Genotyp 3 signifikant häufiger mit einer RVR assoziiert (60% vs. 45%). Die RVR war allerdings der stärkste Prädiktor für eine SVR und zwar unabhängig vom Genotyp.

Wirkmechanismus

Zum möglichen Mechanismus wurden zwei kontroverse Arbeiten präsentiert. Die Arbeitsgruppe um John McHutchinson von der Duke Universität in Durham untersuchte die Genexpression im Lebergewebe von 61 Patienten mit chronischer Hepatitis C (90% Genotyp 1, 60% Weiße, 20% Schwarze, 67% Männer). Dabei zeigte sich, dass der CC-Genotyp für IL28B mit einer deutlichen Verminderung von intrahepatischen Interferon-stimulierenden Genen (ISGs) einhergeht und dies wiederum mit einer geringeren SVR-Rate nach pegInterferon/Ribavirin korreliert. Das Ergebnis unterstützt die Vorstellung, dass bei Patienten mit TT-Genotyp die Interferon-Produktion schon maximal hochreguliert ist und die zusätzliche Gabe von Interferon deshalb kaum noch Wirkung hat.

Schweizer These

Dem gegenüber steht eine Studie der Arbeitsgruppe um Markus Heim aus Basel. Heim und Mitarbeiter fanden bei der Untersuchung von 93 Patienten, dass der IL28B-Polymorphismus und die ISG-Expression voneinander unabhängige Prädiktoren für das Therapieansprechen sind. Sie postulieren, dass es keine Verbindung zwischen einer veränderten Aktivierung des endogenen Interferon-Systems in der Leber und Therapieerfolg gibt. Drei ISG-Marker zusammen hatten in ihrer Berechnung einen deutlich höheren prädiktiven Wert als der IL28B-Genotyp.

IL28B und Ikterus

In der deutschen anti D-Kohorte wurde anhand der Daten von 190 Frauen, die im Rahmen einer Rhesus-Prophylaxe mit HCV GT1 infiziert wurden, die Verbindung von IL28B und Ikterus untersucht. Frauen mit CC-Genotyp hatten häufiger eine spontane Ausheilung als mit TT-Typ (64% vs. 6%), wobei ein Ikterus lediglich bei nicht-CC-Genotyp ein Prädiktor für die Ausheilung war (43% vs. 14%).

HIV/HCV-Koinfizierte

Auch bei der HIV/HCV-Koinfektion scheint der Polymorphismus beim Ansprechen auf eine Standardtherapie eine Rolle zu spielen, allerdings nur bei der Therapie der chronischen Hepatitis C. Bei der akuten HCV-Infektion fand eine deutsche Arbeitsgruppe keinen Einfluss auf den Therapieerfolg.


DAIG LogoDGI LogoDSTIG LogoPEG Logo

Meldungen

  • Sepsis

    08. April 2026: Internationale SSC Leitlinie 2026 weiter

  • Robert Koch-Institut

    07. April 2026: Dashboard zu meldepflichtigen Erkrankungen weiter

  • Mpox

    05. April 2026: EMA empfiehlt: Kein Tecovirimat bei Mpox weiter

  • Influenza

    05. April 2026: Impfung schützt auch bei Infektion vor Infarkt und Schlaganfall weiter

  • Newletter online

    Jeden Monat akutelle Informationen rund ums Thema HIV und sexuell übertragbare Erkrankungen.

    Für Ärzt_innen, Menschen mit HIV und alle Interessierten.

    Anmeldung hier

  • Cholera

    03. April 2026: Nationale Grenzen und Phagen beeinflussen Entwicklung weiter

  • Malaria

    03. April 2026: Klimadaten helfen bei Bekämpfung weiter

  • Tuberkulose

    31. März 2026: Lieferengpass Ethambutol weiter

  • Adhärenz in der HIV-Therapie

    31. März 2026: Die Expertin Dr. med. Hannah Linke im Interview weiter

  • Shigellen und Salmonellen

    26. März 2026: Häufige Infektionen bei Reiserückkehrern aus Cabo Verde weiter

  • Welt Tuberkulose Tag

    24. März 2026: Die WHO Europa und ECDC haben einen gemeinsamen Surveillance Bericht veröffentlicht. weiter

  • Hepatitis E

    23. März 2026: Neues „..buvir“ gegen Hepatitis E weiter

  • Ebola

    22. März 2026: Postpartale Persistenz in Muttermilch weiter

  • Antibiotika-Resistenz

    22. März 2026: Forschungsprojekt GUARDIAN gestartet weiter

  • Tuberkulose

    20. März 2026: S3-Leitlinie TB-Prävention bei Migrant*innen weiter

  • Influenza

    19. März 2026: WHO publiziert Impfstoff-Viren für 2026/2027 weiter

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.