CASCADE: Kein Nutzen von Therapiestart >500 CD4/µl

Wien, 23. 7. 2010

Ein früher Therapiebeginn bei weniger als 500 Zellen/µl vermindert das Risiko für Aids-Komplikationen und Tod.

CASCACDE ist eine Kollaboration von HIV-Kohorten zum Verlauf der Infektion bei Serokonvertern. In der aktuellen Auswertung wurden die Daten von 9455 Patienten analysiert.

Im Verlauf fünf Jahren entwickelten in den 52.268 Personenjahren 812 (8,6%) Patienten ein Aids-deifnierende Erkrankung und 544 (5,8%) verstarben. Im Hinblick auf diese Endpunkte profitierten die Patienten mit fortgeschrittenen Immundefekt am meisten. Bei einer CD4-Zahl/µl zwischen 0 und 49 wurde das Risiko für Aids/Tod um 70%, zwischen 200 und 349 um 40% und bei 350 und 499 um 25% vermindert. Bei höherer CD4-Zahl zeigte sich kein signifikanter Nutzen.

Die NNT (Number needed to treat) um einen Fall von Aids/Tod innerhalb von drei Jahren zu verhindern, lag bei 0-49 Zellen bei 3, bei 200-349 bei 21 und bei 350-499 bei 34. In der Gruppe 500-799 Zellen/µl lag die NNT für Tod allein bei 239.

Fazit:

Die antiretrovirale Therapie zeigt bei einer CD4-Zahl <500/µl einen klaren Nutzen im Hinblick auf Aids-definierende Ereignisse und Tod. Bei besserem Immunstatus scheint die Therapie keinen Benefit zu erbringen. Allerdings muss man festhalten, dass in der Untersuchung der Einfluss der ART auf die Nicht-Aids-assoziierte Morbidität und Mortalität, z.B. Herzinfarkte, usw.. nicht ausgewertet wurde.


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