PrEP AIDS 2024Zwei Spritzen pro Jahr schützen alle

In PURPOSE-1 erhielten 2134 afrikanischen jungen Frauen und Mädchen alle sechs Monate eine subkutane Injektion Lenacapavir oder TDF/TFC oder TAF/FTC einmal täglich.

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Nach einem Jahr wurde die Studie vorzeitig abgebrochen, da unter Lenacapavir keine einzige HIV-Infektion beobachtet wurde. Unter der oralen PrEP TDF/FTC betrug die HIV Inzidenz dagegen 2,4% (d,h. 2,4 Infektionen/100 Frauenjahre), wobei unter TDF/FTC 16 Infektionen, unter TAF/FTC 39 Infektionen dokumentiert wurden.

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Die Adhärenz bei der Tabletten-PrEP war nicht gut und korrelierte mit dem HIV-Risiko.

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Die Verträglichkeit von Lenacapavir war gut. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Injection Site Reactions, die aber nur in einem Fall zum Abbruch führten, sowie Kopfschmerzen.

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Die Ergebnisse der Studie PURPOSE-2 an MSM werden im nächsten Jahr erwartet.

Kommentar Dr. Ramona Pauli, München:

Zu früher Jubel?

PURPOSE-1 war DAS Highlight der WeltAIDSKonferenz. Ein echter Durchbruch in der Prävention, der von den Teilnehmer*innen mit standing ovations bejubelt wurde. Zum erst Mal hat eine Prävention bei afrikanischen Frauen gut funktioniert und zum ersten Mal hat eine präventive Maßnahme einen 100%igen Schutz erreicht. Die Reaktionen auf diese Studie waren vorhersehbar: Forderungen zur großflächigen Implementierung, ein Poster zu den geringen Herstellungskosten für generisches Lanacapavir (<100 U$/Jahr) und eine Aktivisten-Attacke auf den Gilead-Stand.

Ein wenig Wasser in den Wein goss Laura Waters aus London, die fragte, ob auch PCR-Tests durchgeführt wurden. Langwirksame Medikamente können, wie wir aus den PrEP-Studien mit Cabotegravir wissen, eine HIV-Infektion durch Suppression der Virusvermehrung maskieren. Die (berechtigte) Hoffnung ist groß, Gewissheit werden aber erst weitere Studien und Langzeitdaten bringen.



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