Fachinfo

Fachinfo Isentress 400 mg PDF-Datei
(Stand 11.2017)

Fachinfo Isentress 600 mg PDF-Datei
(Stand: 10.2017)

Isentress® (Raltegravir)

Tabletten 400 mg und 600 mg

Indikation

Zugelassen bei therapienaiven und vorbehandelten erwachsenen Patienten.

Dosierung

2 x 400 mg unabhängig von den Mahlzeiten, d.h. täglich morgens und abends eine Tablette

oder

2 x 600 mg (1200 mg) unabhängig von den Mahlzeiten, d.h. täglich einmal zwei Tabletten.

Keine Dosisanpassung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion.

Pharmakokinetik

Raltegravir wird hauptsächlich durch Glukuronidierung über das Enzym UGT1A1 abgebaut. Daher Vorsicht bei Kombination mit starken Induktoren dieses Enzyms (z.B. Rifampicin – hier ggf. Verdoppelung der Raltegravir-Dosis). Keine Dosisanpassung bei weniger starken Induktoren (z.B. Johanniskraut, Efavirenz, Nevirapin, Etravirin, Rifabutin). Starke Hemmer des Enzyms UGT1A1 (z.B. Atazanavir) sowie Säureblocker (z.B. Omeprazol) können den Raltegravir-Spiegel erhöhen. Im Falle von Atazanavir führt dies zu einem massiven Anstieg des Bilirubins mit Auftreten eines Ikterus (SPARTAN-Studie).

Wirksamkeit

Bei therapienaiven Patienten genauso gut wirksam wie Efavirenz (Sustiva®). Sehr starker Viruslastabfall in den ersten Wochen nach Therapiebeginn; klinisch wahrscheinlich nicht relevant.

In Kombination mit optimierter Therapie bei stark vorbehandelten Patienten außerordentlich gut wirksam (<50 Kopien/ml nach 48 Wochen 64 vs. 9%; 005-Studie). Ähnlich gute Ergebnisse in den großen Zulassungsstudien (BENCHMRK 1 und 2).

Resistenz

Bei mangelhafter Adhärenz schnelles Auftreten von Resistenzmutationen möglich. Ein versagendes Raltegravir-Regime sollte geändert werden, um die Wirksamkeit später nachfolgender Zweitgenerations-Integrasehemmer (z.B. Dolutegravir) zu erhalten (Kreuzresistenz).

Nebenwirkungen

Gut verträglich. Gelegentlich Kopfschmerzen.

Bewertung/Einordnung/Nutzen

Erster Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse mit starker antiviraler Potenz und sehr guter Verträglichkeit. Bei therapienaiven Patienten Möglichkeit der „Nuke-freien“HAART. Von großer Bedeutung für den Einsatz gegen multiresistente Viren in Kombination mit weiteren neuen Wirkstoffen.


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